Neulußheim

Jugendtreff Point Nach über 20 Jahren wird die Leiterin Mäggie Scheckeler verabschiedet / Sie hat Generationen von Kindern und Jugendlichen begleitet

„Sie hat unsere Welt ein Stück bunter gemacht“

Archivartikel

Neulußheim.Den sonst so coolen Jugendlichen stand bei der Verabschiedungsfeier für die Leiterin des Jugendtreffs Point, Mäggie Scheckeler, das Wasser in den Augen. Jede Umarmung herzerweichend und tränenreich. Und der sonst so toughen Mäggie, fiel es ebenso schwer, nach gut 20 Jahren Tätigkeit ihre Jungs und Mädchen für eine neue Herausforderung in ihrem Berufsleben, sie wird Lehrerin für Jugend- und Heimerzieher, zu verlassen.

Die Räume der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Keller des Alten Schulhauses wurden 1997 von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Der Point, so der Name der Einrichtung, wurde zudem in Kooperation mit dem Trägerverein organisiert.

Kicker, Billardtisch, Gesellschaftsspiele, Internet, Kochen, Basteln oder das gemeinsame Spielen sind für die Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren nur einer der Gründe, in den Point zu kommen. Hier sind sie unter Jugendlichen, finden Ansprache und lernen einen respektvollen Umgang miteinander. Ob Kinderstunde, Mitmachangebote, Partys, Turniere, Ferienspaß, Fasching oder die Herstellung der stets modisch gestalteten Kerweschlumpel, Mäggie verstand es in den 20 Jahren, ein breites und ansprechendes Mitmachprogramm auf die Beine zu stellen.

Mäggie Scheckeler, Jahrgang 1967, Sozialwissenschaftlerin MA (Uni Heidelberg) und Diplom-Organisationsentwicklerin (FH Mannheim), seit Mai 1998 als Leiterin des Point hauptamtlich beschäftigt, war ein Glücksfall für die Gemeinde und ihre Jugendlichen.

Unterstützt wurde ihre Arbeit vom Verein für kommunale Kinder- und Jugendarbeit, um für die Jugendlichen Neulußheims eine offene Begegnungsstätte zu schaffen, und diese konzeptionell und personell auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen. Die Kommune übernahm es, die Räume für den Jugendtreff zur Verfügung zu stellen. Die inhaltliche Ausgestaltung der Arbeit mit Scheckeler übernahm im Auftrag der Kommune der Trägerverein, dessen Vorsitzende Anja Andorfer den Weggang ebenfalls sehr bedauert.

Ein Teil ihrer Arbeitszeit galt der Hausaufgabenbetreuung mit einer oder einem Praktikanten im FSJ sowie einer Honorarkraft. Dabei wird den Kindern nicht nur ein ruhiger Arbeitsplatz und Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben geboten, sie finden hier auch kompetente Unterstützung bei schulischen und privaten Problemen.

Trägerverein bedauert Weggang

Alexander Mansel, zweiter Vorsitzender des Trägervereins, hatte mit den Jugendlichen zum Abschied eine 20-minütige Diashow ihrer fast 21-jährigen Tätigkeit vorbereitet. Abschiedswünsche konnten auf einem großen Gemälde als Wand der Wünsche mit Fingerfarben aufgebracht werden. Mit Sprüchen wie „Du hast mich durch meine Jugend begleitet“ oder „Du hast mich verstanden“ und auch „Bleib so, wie du bist“ wurde zum Ausdruck gebracht, wie gerne man sie hatte. „Du hast unsere Welt ein bisschen bunter gemacht“, so Mansel, der ihre Arbeit mit warmen Worten würdigte. Mario Röhheuser und Cengiz Cimen erinnerten an ihre Zeit im Point: „Bei Mäggie sind wir großgeworden, fühlen uns heute dort noch aufgehoben und wünschen, dass auch die Kinder nach uns einen solchen Ort haben, an dem sie Erfahrungen sammeln können.

Ihre tiefe und starke Verbundenheit brachten die Kinder und Jugendlichen mit zahlreichen Geschenken zum Ausdruck. Malia, eine Praktikantin im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), ist überzeugt, dass sie durch Mäggie Scheckeler für ihre Berufsausbildung einen guten Start ins Berufsleben haben wird. Das konnte Christine Scheck, ehrenamtlich für die Kinderstunde und die Kreativwerkstatt zuständig, die im Kindertreff einen leckeren Fingerfoodimbiss vorbereitet hatte, nur bestätigen.

Dank für viele gute Kontakte

„Egal, ob ihr 10, 20 oder 30 Jahre alt seid, ihr habt euer Leben in der Hand“, so Mäggie Scheckeler an die zahlreichen Besucher bei der Verabschiedungsfeier. Sie dankte für die vielen aufrichtigen Worte und Geschenke. Ihre Arbeit habe sie mit viel Herz getan und sie bedankte sich für die immer guten Kontakte zwischen Gemeindeverwaltung, Lehrerkollegium, dem Trägerverein und ganz besonders den vielen Jugendlichen, die sie begleiten durfte.

Und wie geht es nun weiter im Point? Der Gemeinderat hat diesen Punkt am Donnerstag auf der Tagesordnung und nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Eltern sowie der Förderverein wünschen sich eine weiterhin kontinuierliche und beständige Betreuung. So wie Mäggie Scheckeler diese Tätigkeit, teils für den Point, teils für die Hausaufgabenbetreuung und Schulsozialarbeit als verbindende Schnittstelle ausgeübt hat, wäre es die beste Lösung, wieder eine hauptamtliche Stelle zu haben. rhw

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