Neulußheim

Markus-Grundschule Erste-Hilfe-Übungen einstudiert / Annika und Enie fühlen sich im Alltag sicherer und für den Ernstfall gerüstet

Stabile Seitenlage einstudiert

Neulußheim.Schon ein bekanntes Sprichwort besagt: „Hilf denen, die sich nicht selbst helfen können.“ An zwei Tagen im Jahr beweist die Markusgrundschule, dass das für sie nicht nur einfach eine Redewendung ist. Vom Kollegium selbst geplant fand gestern der Sicherheitstag für alle Klassen statt. Dazu wurden einige Spezialisten eingeladen, die den Schülern die wichtigsten Elemente der Ersten Hilfe zeigen.

Dabei ist der Aktionstag für die Klassenstufen eins und zwei etwas anders geplant als bei den höheren. Die Übung zur Sicherheit im Verkehr absolvieren diese zum Beispiel an Ampeln und Zebrastreifen.

Wiederholung macht Sinn

Da der Sicherheitstag bei den dritten und vierten Klassen jedes Jahr in etwa das Gleiche bietet, sind Annika und Enie nicht mehr so ganz unbeholfen. Sie sind, wie alle anderen Kinder auch, mit Fleiß, Neugier und Wissbegierigkeit dabei. Damit die Theorie nicht langweilig wird, beziehen die Referenten die Schüler aktiv mit ein und laden sie zum Mitmachen ein.

Die neunjährige Enie fühlt sich durch diesen Tag viel sicherer im Alltag: „Wenn ich wirklich mal in die Situation komme und jemandem helfen muss, weiß ich jetzt, wie ich das mache. Durch die regelmäßige Wiederholung bleiben auch so langsam die Kleinigkeiten hängen.“ Ihre beste Freundin Annika hingegen kann sich mit der Mund-zu-Mund-Beatmung noch nicht ganz anfreunden: „Das ist ziemlich ekelig. Gerade wenn dann noch jemand blutet oder so.“ Für diesen Fall hat Arzt Alexander Ader einen guten Tipp: „Schaut mal bei euren Eltern im Auto nach. Dort im Verbandskasten sollte eine Art kleine Plastiktüte drinnen sein. Diese könnt ihr dem Bewusstlosen einfach in den Mund stecken und so infiziert ihr euch nicht mit Bakterien oder Krankheiten.“

Zuvor lernte die Klasse 4a die stabile Seitenlage. Altenpfleger Thomas Zimmermann zeigt, bis auf das kleinste Detail genau, wie auch Kinder einen Erwachsenen in diese Position bekommen können. Auf Grund dessen, dass dies schon im Schwimmunterricht gelehrt wurde, ist es eine der leichteren Übungen an diesem Tag.

Was aber tun, wenn jemand eine Person entdeckt, die bewusstlos zu sein scheint. Notaärztin Natalie Ader erklärt, was es mit dem Schmerzreiz auf sich hat: „Es kann ja auch sein, dass jemand nur ganz tief schläft und deshalb nicht auf unsere Rufe reagiert. Dann macht ihr eine Faust und streift mit den Fingerknochen über das Brustbein. Sollte die Person dann immer noch regungslos daliege, ist sie bewusstlos.“ Die Schüler Fabian und Luke (beide neun Jahre alt) merken schnell, warum eine schlafende Person auf diesen Reiz reagieren würde. So hat auch Ader vorher gewarnt: „Macht das bei euch bitte locker, das tut nämlich ganz schön weh!“

Erfolge durch Anwendung

Annette Rödding, Klassenlehrerin der 4a, betont die Intention hinter dem Sicherheitstag: „Wir wollen die Kinder dafür sensibilisieren, dass in Not geratene Menschen Hilfe brauchen und wir uns strafbar machen, wenn wir das nicht tun. Der Anfang ist schon damit gemacht, dass sie bereit sind und nicht weglaufen.“ Und das zeigt Wirkung, wie Alexander Ader bestätigt: „Wir sehen, dass die Kinder es anwenden. In mehreren Studien wurde schon bewiesen, dass man mit der Aufklärung schon in der Grundschule anfangen muss, wenn man die Gesundheit in der Bevölkerung steigern möchte.“

Der andere Teil zum Thema ist der Gesundheitstag. Dabei werden Dinge wie Verbände machen gelernt. „Die Schüler sind mit dem ganzen Herzen dabei. So macht es nicht nur denen Spaß, sondern auch uns“, resümiert Ader. Neben dem wichtigen Baustein anderen zu helfen, ging es auch darum, sein eigenes Wohl zu schützen. Beispielsweise beim Kidnapping. Hierbei wurde auf der Straße eine Entführung simuliert. Das bedeutet, dass ein Auto bei den Kindern anhielt und der Fahrer versuchte, deren Vertrauen zu gewinnen. Daraufhin mussten die Schüler richtig reagieren.

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