Neulußheim

Evangelischer Kirchenchor Lena Haug-Habicht ist die neue Chorleiterin

Zurück zur Normalität

Archivartikel

Neulußheim.Nachdem die bisherige Dirigentin Hyunju Kwon ihre Tätigkeit aus beruflichen Gründen beendet hat, war eine Neubesetzung der Chorleiterstelle beim evangelischen Kirchenchor notwendig geworden. Nun ist der Chor in der glücklichen Lage, in Lena Haug-Habicht, eine freundliche, aufgeschlossene junge Chorleiterin mit langjähriger Erfahrung gefunden zu haben. Unsere Zeitung sprach mit ihr über die besonderen Herausforderungen ihrer Arbeit in Zeiten von Corona, über ihre Pläne und persönlichen Akzente.

Frau Haug-Habicht, das gegenseitige „gesangliche Kennenlernen“, eigentlich ein Standardprozedere, hat schon stattgefunden. Die Aktiven des Chors waren scheinbar mehr als zufrieden mit Ihnen, für sie war es ein Glücksfall, dass sie eine so qualifizierte Chorleiterin gefunden haben. Welchen Eindruck hinterließ der Chor bei Ihnen?

Lena Haug-Habicht: Für mich war es sehr schön, endlich wieder vor einem Chor zu stehen. Wegen unseres Umzugs war dies schon eine geraume Zeit nicht möglich. Die Mitglieder des Chors waren alle ebenfalls begeistert, sie haben sich sehr gefreut, dass ich gekommen bin und mich lieb und freundlich empfangen. Nach der Probe haben wir uns auch noch unterhalten, die Gespräche liefen äußerst harmonisch ab.

Zwischen Chorleitung und Chor soll ja Harmonie herrschen, anders wäre ja eine Zusammenarbeit undenkbar. Wie ist es für Sie, gerade in Zeiten, in denen die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten oder Konzerten wegen der Corona-Pandemie vor größerem Publikum nicht möglich ist, die Leitung eines Chors zu übernehmen?

Haug-Habicht: Das ist tatsächlich eine schwierige Situation. Wir müssen zunächst schauen, wie wir mit den Abstands- und sonstigen Schutzmaßnahmen zurechtkommen und welcher Raum für Proben am geeignetsten wäre. Bei der ersten Probe haben wir gemerkt, dass die Kirche wegen der Akustik nicht optimal ist. Wir werden die Proben auf die Empore verlegen, dort ist die Akustik besser, und versuchen, mit Abstand, mit kleinen Gruppen und anderen Vorgaben alles gut zu meistern. Im Gottesdienst werden wir Lieder singen, die wir mit wenigen Sängern hinbekommen. Vielleicht bessert sich die Lage bis zum Ewigkeitssonntag im November, sodass wir mit einem größeren Chor auftreten können. Für die Chöre ist es ebenfalls schwierig. Sie müssen mit großem Abstand zueinander singen und sind auf sich selbst gestellt.

Sie haben viel Erfahrung gesammelt sowohl in der musikalischen Früherziehung als auch als Chorleiterin. Wie wird sich das konkret auf Ihre Arbeit auswirken?

Haug-Habicht: In der Art, wie ich den Chor motiviere, wie ich auf seine Schwächen eingehe, wie ich fachliche Qualifikation mit pädagogischem Einfühlungsvermögen verbinde. Schon zu Studienzeiten habe ich einen Chor geleitet, durch den Hochschulchor bekam ich weitere Impulse und wertvolle Tipps von den Dozenten. Wichtig für mich ist das Einsingen, die Stimmbildung mindestens 15 Minuten vor dem eigentlichen Singen, aber auch die Proben so aufzubauen, dass immer ein Erfolgserlebnis in Aussicht steht.

Welches werden die Schwerpunkte Ihres Repertoires sein?

Haug-Habicht: Es ist vielleicht zu früh, sich auf etwas festzulegen. Auf jeden Fall wird das Repertoire klassisch sein, aber zwischendrin hätte ich gerne auch etwas Moderneres, das auch Jüngere anspricht. Denn der Chor ist ja daran interessiert, neue, junge Sängerinnen und Sänger zu gewinnen und zum Mitwirken zu animieren. Sehr gut kann ich mir vorstellen, neben kirchlicher Musik weltliche Lieder einzustudieren. Was ich mit allen meinen bisherigen Chören gemacht habe, war eine Sommerserenade. Da haben wir nur weltliches Liedgut gesungen. Das kam immer sehr gut an sowohl bei den Sängern als auch beim Publikum.

Sie sind verheiratet, haben zwei kleine Kinder. Wie werden Sie den Spagat zwischen Familie und der neuen Aufgabe schaffen?

Haug-Habicht: Die Kinder sind beide am Vormittag im Kindergarten, dann habe ich Zeit eben einige Aufgaben, die ich noch neben diesen Chor habe, wahrzunehmen. Ich bin gerade dabei, mir etwas Neues aufzubauen, musikalische Früherziehung beim Blasorchester in Waldorf. Im Melanchthonhaus in Schwetzingen sollte schon im April ein Früherziehungsprojekt starten, das dann hinausgeschoben wurde, aber so bald wie möglich wieder aufgenommen wird. Für nachmittags oder manchmal auch abends haben wir eine Babysitterin, die einspringen kann, sodass wir sehr gut Familie und Arbeit unter einen Hut bringen können.

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