Oftersheim

Grüne Patrick Alberti organisiert zweitägiges Seminar der Heinrich-Böll-Stiftung / Den Diskussionspartner auf Fakten festlegen / Nicht über jedes Stöckchen springen

15 Teilnehmer lernen, rechten Positionen entschlossen entgegenzutreten

Archivartikel

Oftersheim.Rechte beziehungsweise rechtspopulistische Parteien und Positionen seien weltweit auf dem Vormarsch, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

Als Besucher von Veranstaltungen, bei der Arbeit, im Freundeskreis oder im Supermarkt begegne man immer wieder rechten und rassistischen Äußerungen. Was aber soll man tun, wenn sich Kollegen, Familienangehörige oder Freunde rechtspopulistisch äußern? Zum Beispiel, dass die doch alle kriminell seien oder uns die Arbeitsplätze wegnehmen?

Im Offenen Haus der Lebenshilfe gingen 15 Teilnehmer – Mitglieder der Grünen aus Oftersheim und Schwetzingen, des Kreisverbands und aus dem südlichen Baden-Württemberg – dieser Frage in einem zweitägigen Argumentationstraining der Heinrich-Böll-Stiftung, das vom Oftersheimer Grünen-Gemeinderatskandidaten Patrick Alberti organisiert wurde, theoretisch und praktisch auf den Grund. Sie lernten unter der Anleitung eines Trainerteams von „Gegenargument“ aus Freiburg, wie man mit rechten Äußerungen von Menschen umgehen kann, die einem am Herzen liegen und denen man nicht aus dem Weg gehen kann.

Dorothea Kleintges und Timm Köhler von „Gegenargument“ sorgten mit Beispielen und abwechslungsreichen Übungen dafür, dass die Teilnehmer einen sichereren Umgang mit rechten Parolen bekamen, heißt es weiter. Sie lernten, rechte Argumentationsmuster zu analysieren, sich zu positionieren und ihre eigene Haltung zu reflektieren. „An der Sprache sollt ihr sie erkennen“, brachte es Rolf Siegel auf den Punkt und er fügte hinzu, wie wichtig es für ihn sei, den Diskussionspartner auf Fakten festzulegen statt sich in der Beliebigkeit von Argumenten zu verlieren.

„In der Auseinandersetzung mit rechten Argumenten muss man trotzdem empathisch bleiben und aufpassen, dass man auf einer angemessenen Gesprächsebene bleibt“, meinte Jan Pillmeier. Patrick Alberti ergänzte: „Impulsiv zu reagieren, ist meistens nicht gut. Man sollte besser zuerst durchatmen und nachdenken. Es ist wichtig, sich die eigene Werthaltung klarzumachen und nicht gleich über jedes Stöckchen zu springen, das einem angeboten wird.“ Denn nicht immer könne man mit dem Gegenüber sinnvoll diskutieren.

Durch die Erfahrungen konnte jeder eigene Lösungsstrategien finden und festigen. Einig waren sich alle, dass sie sich nach zwei Tagen viel sicherer im Umgang mit rechten Parolen fühlen. „Wo auch immer es möglich ist, sollte man rechten und rassistischen Äußerungen entgegentreten und ihren Einhalt gebieten“, war sich die Gruppe am Ende einig. zg

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