Oftersheim

Kleine Bühne Endgültige Absage der Komödie / Karten kann man spenden oder zurückgeben

Aasgeier landen nicht mehr in Ofdasche

Oftersheim.„Schweren Herzens haben wir uns entschlossen, alle unsere geplanten Aufführungen auch in diesem Jahr ganz abzusagen“, teilt uns Spielleiterin Heidi Vogt von der Kleinen Bühne am Telefon mit – und man hört ihr an, wie traurig sie über die Entscheidung ist.

Das Stück „Aasgeier iwwer Ofdasche“ steht unter keinem guten Stern. Im vergangenen März, beim ersten Anlauf, kam die Absage am Tag der Premiere.

Das Lampenfieber der ambitionierten Hobbyschauspieler war bereits auf dem Höhepunkt, das Josefshaus, wo die Premiere und die weiteren Vorstellungen hätten stattfinden sollen, bestuhlt, die Vorbereitungen getroffen.

Zu großes Risiko

Und dann war das Risiko – der wenige Tage später beginnende Lockdown war praktisch schon beschlossen – angesichts der ersten Corona-Welle zu groß für die Verantwortlichen. Zu eng wären die Kontakte im Josefshaus gewesen. Im vergangenen Herbst machte das Ensemble dann einen erneuten Anlauf und nahm die Proben wieder auf. Getragen vom vorsichtigen Optimismus über die Sommermonate mit den niedrigen Infektionszahlen war die Truppe eigentlich guter Dinge, dass sie dem treuen Publikum die Mundart-Komödie über einen gewissenlosen Geschäftemacher, der die Dorfgemeinschaft über den Tisch ziehen will, erzählen. Doch daraus wird jetzt nichts.

„Wir haben ja die ganze Zeit nicht proben können. Die geplanten Vorführungen im März hätten ohnehin nicht geklappt und wir wissen auch überhaupt noch nicht, wie sich die Situation es im Lauf des Jahres weiterentwickelt“, bedauert Heidi Vogt. „Wir haben erst überlegt, die Auftritte in den Herbst zu verlegen. Aber auch das ist uns zu unsicher.“

Die bereits gekauften Karten können die Besitzer entweder bei der Vorverkaufsstelle Haushaltswaren Oetzel in der Mannheimer Straße 81-83 zurückgeben, wenn das Geschäft nach dem Lockdown wieder öffnen darf – oder gerne auch spenden. „Wir übergeben ja normalerweise den Erlös aus dem Ticketverkauf an das Kinderhospiz in Dudenhofen, die Kinderklinik in Heidelberg und die katholische Kirchengemeinde in Oftersheim. Das war im vergangenen Jahr nicht möglich, und Gleiches gilt nun eben auch in diesem Jahr“, hofft die Spielleiterin der Kleinen Bühne, dass sich möglichst viele Menschen für diese Möglichkeit entscheiden.

Eingeschworene Truppe

Auch für das eingeschworene Ensemble sind es harte Zeiten. „Wir haben ja montags nicht nur geprobt, wir sind ja über viele Jahre auch als Gruppe zusammengewachsen.

Die regelmäßigen Treffen fehlen uns schon sehr“, sagt Heidi Vogt bedrückt. Zumal es ja auch im Moment noch keine Aussicht auf Zusammenkünfte gibt wie im vergangenen Sommer in lockerer Runde im „Artemis“. „Aber uns bleibt jetzt erst mal nichts anderes übrig, als die Situation zu nehmen wie sie ist, und auf die Biergarten-Saison zu warten, damit wir uns wenigstens wiedersehen können.“ az

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