Oftersheim

Evangelische Kirchengemeinde Pfarrerin Sibylle Rolf vertraut auf die Maßstäbe Gottes / Totengedenken für Angehörige am Ewigkeitssonntag auf dem Friedhof

Auf der Suche nach dem inneren Frieden

Oftersheim.„Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“, heißt es in 2 Korinther 5, 10a. Mit den Wochen im November geht das Kirchenjahr allmählich zu Ende. Zum Volkstrauertag am vergangenen Sonntag bildet der Satz vom Gericht eine Überschrift über den Sonntag.

Für mich ist der Gedanke an Gottes Gericht inzwischen vertraut und hoffnungsvoll. Auch wenn es Zeiten in meinem Leben gab, in denen ich mich gefürchtet habe vor Gottes Urteil, so denke ich inzwischen, dass es gut sein wird, wenn Gott am Ende alles ansieht – das Tun und das Unterlassen, das Gute und das Böse, den Schrecken und die Wohltat.

Niemand weiß es sicher

Gottes Maßstäbe werden andere sein als unsere. Niemand kann es natürlich mit Sicherheit sagen – aber meine Gewissheit ist: Wenn Gott selbst die Liebe ist, wie es das neue Testament sagt (1 Johannes 4, 7), so wird die Liebe am Ende der Zeit alles in allem sein – und alles, was der Liebe entgegensteht, wird vergehen.

Eine Konfirmandin hat vor einiger Zeit einmal gesagt: „Wenn Gott richtet, dann stelle ich es mir so vor, dass er alles zurechtbringt.“ Der Satz begleitet mich seitdem. Es ist so vieles schief in unserer Welt, im Großen und im Kleinen. Und wie auf einer schiefen Ebene gewinnt Böses und Verletzendes immer mehr an Fahrt und zieht manchmal schreckliche Folgen nach sich. Wenn Gott alles am Ende zurechtbringt, wird nichts vergessen. Und manches wird sicher noch wehtun. Aber es kommt alles zurecht, an seinen rechten Platz, wird wohltuend und heilsam geradegerückt. Der Predigttext, der für den Volkstrauertag vorgesehen war, hat das auf ziemlich überraschende Weise ausgedrückt.

Dass Gott die Kriege in der Welt, die Verletzungen, die Menschen einander antun, zurechtbringt, ist die Hoffnung des Volkstrauertags, an dem an die Kriegsopfer gedacht wird. An diesem Tag beten wir um den Frieden, den wir in unserer zerrissenen und verletzten Welt so dringend brauchen. Gebe Gott, dass es Frieden gibt, im Großen und im Kleinen, in er Nähe und in der Ferne, lokal und global.

Inneren Frieden angesichts der Bedrohung durch die Corona-Pandemie suchen viele von uns im Moment. Nach zwei Wochen Lockdown hat sich die Infektionskurve zwar leicht abgeflacht, aber die Situation ist noch lange nicht gut und überstanden. Wie alles weitergeht, müssen wir sehen und abwarten. Solange wir dürfen, feiern wir Gottesdienste – bis auf Weiteres sonntags im Gemeindesaal.

Außerdem bieten wir mittwochs um 18.30 Uhr eine kurze Andacht in unserer Christuskirche um den Altar an. Kommen Sie gerne dazu und lassen sich stärken durch einen kurzen Impuls und die Gemeinschaft – natürlich mit Abstand und Mund-Nase-Maske.

Am Mittwoch, am Buß- und Bettag, feiern wir in ökumenischer Gastfreundschaft einen Gottesdienst um 19 Uhr im Gemeindesaal und keine Andacht in der Kirche.

Am Ewigkeitssonntag, am 22. November, sind die Angehörigen unserer Verstorbenen aus diesem Kirchenjahr um 10 Uhr auf den Friedhof eingeladen. Nach einer kurzen liturgischen und musikalischen Einführung gehen sie an die Gräber ihrer Lieben. Pfarrer Tobias Habicht und ich werden die Gräber einzeln besuchen, Ihnen ein Licht und einen Impuls mitgeben, für Sie beten und Sie segnen.

In Gedanken verbunden

Zeitgleich wird unsere Vikarin Sophia Leppert einen Gottesdienst für die Gemeinde im Gemeindesaal abhalten. Herzlich sind Sie eingeladen, einen der beiden Gottesdienste mitzufeiern – wir werden in Gedanken miteinander verbunden sein.

„Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ – auch in diesem biblischen Satz aus dem Buch der Offenbarung liegt für mich die Verheißung, dass Gott am Ende alles zurechtbringen wird. Gott bringt alles zurecht: Immer wieder und am Ende ganz gewiss. Möge dieses Vertrauen Sie durch die dunklen Tage begleiten und Ihnen Kraft und Trost geben.

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