Oftersheim

Bitte helfen Sie mir!

Der Aschermittwoch bietet vielen Menschen die zweite Chance im Leben. Jedes Jahr wieder. Wer die guten Vorsätze kurz nach Neujahr das erste Mal über Bord geworfen hat, darf heute einen weiteren Anlauf nehmen.

Siebeneinhalb Wochen Verzicht bis Ostern wird allenthalben propagiert: auf Genussmittel wie Alkohol oder Zigaretten, aber auch auf Lebensmittel mit dem Glückshormon Serotonin oder dem Geschmacksträger Fett (beides verschwenderisch beispielsweise in Schokolade verarbeitet).

Die kulinarischen Verführungen lauern überall. Schon heute Abend: Die Heringe nach Hausfrauen-Art liegen selten in einer leichten Joghurt-Tunke, denn die Hausfrau lässt ja sich nicht lumpen und gibt gerne – mal mehr, mal weniger – Mayonnaise oder Sahne dazu. Und da Fisch ja bekanntermaßen schwimmen will und ohnehin alles so fett war . . . Schon nimmt das Unheil seinen Lauf.

Aber vielleicht haben Sie ja die Klippe erfolgreich umschifft. Dann steht ihrem Tatendrang in Sachen Ernährung eigentlich nichts mehr im Wege. Nun hat Fasten dank einer geldaffinen Industrie und findigen Werbeleuten ja das ganze Jahr Hochkonjunktur. Mit Nahrungsergänzungsmitteln lässt sich ganz gut verdienen, die Wirkung ist in vielen Fällen – diplomatisch ausgedrückt – umstritten.

Aber seit einiger Zeit gibt es wieder eine Methode, die die Pfunde zum Purzeln bringt. Garantiert! Und ohne Verzicht. Das lässt aufhorchen. Dr. Eckart von Hirschhausen, als Kabarettist mit abgeschlossenem Medizinstudium per se glaubhaft, hat’s ausprobiert, für gut empfunden und damit Erfolg gehabt. So steht’s in den einschlägigen Fachmagazinen für Klatsch und Tratsch geschrieben. Intervall-Fasten, auch intermittierendes Fasten, heißt die Wunderwaffe gegen überflüssiges Hüftgold und Wohlstandsbauch.

Es gibt, so lassen die Verfasser der Beiträge (alles selbstverständlich Experten) die interessierten Leser wissen, verschiedene Arten des Intervall-Fastens. Wollen wir uns an dieser Stelle mal auf die offenbar gängigste Variante konzentrieren, das 16:8-Fasten. Will heißen: Sie können acht Stunden lang essen – grundsätzlich alles. Um den Effekt jedoch zu optimieren besser nur Eiweiß am Abend.

Empfohlen werden drei Mahlzeiten, der Abstand dazwischen sollte mindestens vier Stunden betragen. Und bitte nicht schlingen! Versteht sich aber von selbst. Das braucht halt auch seine Zeit. Für die restlichen Stunden des Tages (es sind keine 16 mehr) ist dann aber Schluss. Da gibt es nur noch Wasser, Früchtetee und Gemüsebrühe.

Soweit so gut. Oder doch nicht? Ich muss vorausschicken, dass meine Mathe-Noten immer noch jede Menge Luft nach oben hatten. Aber meine Rechnung funktioniert einfach nicht. Der Tag müsste tendenziell 25 Stunden haben, um die Anleitungen zu befolgen. Ich weiß nicht weiter. Wer kann mir helfen?

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