Oftersheim

SPD-Ortsverein Informationsbesuch beim Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Brühl / Lob für das moderne Konzept

„Bürgerbefragung ist auch für uns der richtige Weg“

Oftersheim/Brühl.Der Brühler Bürgermeister Dr. Ralf Göck will gar nicht verbergen, wie zufrieden er ist, als er in seiner Hufeisengemeinde Besuchern des Oftersheimer SPD-Ortsvereins das kürzlich eröffnete Mehrgenerationenprojekt vorstellt: „Vor fast 25 Jahren hat die Gemeinde angefangen, nach und nach die nötigen Grundstücke aufzukaufen.“

Was dabei entstanden ist, kann sich sehen lassen, finden die Oftersheimer Sozialdemokraten. Denn die 41 Wohnungen für Senioren machten zusammen mit den neun Wohnungen für Familien nicht nur optisch etwas her. Die Bewohner profitierten neben der zentralen Lage zwischen katholischer Kirche und Rathaus auch von einer Tagespflegestation im Gebäudeensemble, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD.

Gazmend Widmaier, Geschäftsführer des verantwortlichen Pflegedienstes, weiß, dass die Nachfrage groß ist: „Alle Wohnungen sind belegt und wir haben jetzt schon eine Warteliste von 18 Familien.“ Dass sich die Senioren in das Pflegeangebot jederzeit einkaufen können, ist Teil des Konzepts für betreutes Wohnen, das die Gemeinde bei der Planung festgeschrieben hat.

Schnell gab es 300 Rückmeldungen

Im Brühler Ortsteil Rohrhof gab es schon eine Einrichtung für betreutes Wohnen mit 46 Einheiten. Auf die Frage der Oftersheimer SPD, warum Brühl zusätzlich das Projekt in der Ortsmitte begonnen hat, berichtete Göck über die Beweggründe seines Gemeinderats, mit zwei Einrichtungen auf den demografischen Wandel zu reagieren.

„Wir haben vor 15 Jahren eine Umfrage bei unseren Bürgern durchgeführt und wollten wissen, ob sie Bedarf für betreutes Wohnen im Alter haben. Da kamen schnell 300 Rückmeldungen zusammen. Uns wurde klar: Nur ein Projekt in Rohrhof reicht nicht aus.“

Für den Oftersheimer SPD-Gemeinderat Werner Kerschgens und den SPD-Kreisrat Janfried Patzschke blieb noch zu klären, wie das Projekt finanziert wurde. „Das hat die Gemeinde nichts gekostet“, sagte Ralf Göck. Eine Dossenheimer Firma habe etwa 15 Millionen Euro investiert, dabei die Nutzungsvorgaben des Gemeinderats berücksichtigt und die Wohnungen an Privatpersonen verkauft. Die Bewohner sind Mieter, wenn sie nicht selbst die Wohnungsbesitzer sind.

Für Oftersheim, findet der SPD-Vorsitzende Andreas Heisel, scheint eine Bürgerbefragung der richtige Weg, um den Bedarf abschätzen zu können. Wie das Brühler Beispiel zeige, könne ein modernes Konzept der Tagespflege helfen, sich im Alter nicht alleine zu fühlen und in der Mitte des Ortes zu wohnen. zg

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional