Oftersheim

Redaktion vor Ort Anette Zietsch im Gespräch mit den Lesern / Diskussionen über neue Titelseite / Wunsch nach mehr Vereinsberichten / Lob für ausgewogene Inhalte

„Da steht alles drin, was wichtig ist“

Archivartikel

Oftersheim.Der Marktplatz diente schon in der Antike zum Austausch von Neuigkeiten und Nachrichten. Welcher Ort in der Gemeinde könnte also besser geeignet sein, um mit unseren Lesern ins Gespräch zu kommen, dachten wir uns. Und deshalb haben wir einen kleinen Stand zwischen den Anbietern von Käse, mediterranen Spezialitäten, Obst und Gemüse, Wurst und Fleisch als Kommunikationspunkt aufgebaut.

Als Lokalredakteurin für Oftersheim interessiert es mich, ob und wie zufrieden die Menschen mit der Schwetzinger Zeitung sind, was ihnen gefällt, was sie kritisieren und welche Ideen, Wünsche oder Anregungen sie für die zukünftige Berichterstattung haben. Eines vorab: Die Marktbesucher sind in der überwiegenden Mehrzahl auch Abonnenten unserer Zeitung. Das freut uns natürlich.

Markt könnte zentraler sein

Neu-Gemeinderätin Carmen Kurz-Ketterer ist die erste Einkäuferin, die zu unserem Stand kommt. Mit ihr und Elisabeth Groß, die gerade eingetroffen ist, unterhalten wir uns über den Markt. „Schade, dass er nicht zentraler ist, dann würde er vielleicht noch mehr Leute anlocken“, ist Bedauern über den etwas abgelegenen Standort zu hören.

Es gibt auch einen Vorschlag: Mitten auf dem Friedrich-Ebert-Schulhof wäre ideal. Doch das scheint nur ausnahmsweise und nicht als ständige Einrichtung möglich zu sein, kristallisiert sich in dem Gespräch heraus, an dem sich mittlerweile auch Monika Lorenz und Fritz Mergenthaler beteiligen.

Der Wochenmarkt auf dem Lessingplatz sei letztendlich daran gescheitert, dass es in der Nähe keine öffentlichen Toiletten gibt, bringt Elisabeth Groß in die Diskussion ein. Die TSV-Übungsleiterin hält viele Kurse für ältere Menschen ab und kennt deshalb deren Sorgen. Ein Bürgerbus in der Gemeinde könne da Abhilfe schaffen, wie es ihn in Plankstadt gibt. „Für Senioren aus der Hardtwaldsiedlung ist es schwierig, mit Einkäufen aus der Ortsmitte nach Hause zu kommen“, weiß Elisabeth Groß.

Inhaltsangaben bevorzugt

Fritz Mergenthaler hat Kritik an unserer Zeitung, die er uns mitteilt. Zum einen ist er mit der neugestalteten Titelseite nicht einverstanden: „Die kurzen Inhaltsangaben früher waren besser als der Kommentar.“ Monika Lorenz nickt zustimmend, die beiden sind zusammen mit den Rädern da. Außerdem hat unser aufmerksamer Leser festgestellt, „dass Polizeimeldungen manchmal zweimal im Blatt sind – einmal im Lokalteil und dann weiter hinten“. Das hat folgenden Grund: „Weiter hinten“ ist der überregionale Teil. Die Kollegen suchen sich dafür die spektakulärsten Fälle aus der ganzen Region aus und handeln sie, meistens in aller Kürze, ab. Wir haben uns dafür entschieden, den ausführlichen Bericht, oft auch noch mit eigenen Recherchen und einem Foto ergänzt, auf der Lokalseite zu veröffentlichen. Denn nicht alle Leser interessieren sich für die Seite „Metropolregion“.

Und schließlich fallen ihm – wie auch Michael Kempf, der bei uns steht – immer wieder Druckfehler auf. Das, lieber Herr Mergenthaler, lieber Herr Kempf, ärgert uns selbst auch jedes Mal und wir bemühen uns, diese zu vermeiden. Kempf schließt sich der Meinung mit der Titelseite an. Das Argument: „Da hatte man gleich einen Überblick, was in der Zeitung steht und was man zuerst lesen will.“ Monika Ilgner, die sich zu uns gesellt, sieht das ebenso.

Roswitha Kurz bekommt gute Informationen durch die Zeitung, „es steht alles drin, was passiert und interessiert wie Geburtstage oder kirchliche Meldungen, nichts wird vergessen. Die Seiten sind gut gefüllt mit allem, was wichtig ist.“

Auch Lilo Walter ist eine treue Leserin der Schwetzinger Zeitung. Sie nutzt unser Gesprächsangebot auf dem Wochenmarkt, um ihren Ärger über die Zigarettenkippen loszuwerden. „Meine Tochter und ich sind neulich mit dem Zug zu Festspielen in Jagsthausen gefahren“, erzählt sie uns. Überall auf den öffentlichen Plätzen seien Kippen rumgelegen. „Ein gesellschaftliches Problem“, bedauert sie, „deshalb habe ich den genialen Artikel über die Idee mit dem Pfandsystem auch mit Freude gelesen.“ Sie glaubt, dass es funktionieren könnte, wenn man für weggeworfene Zigarettenstummel Geld von den Rauchern verlangt. Sie selbst ist als Besitzerin eines Eckhauses auch von der Unsitte betroffen: „Sie glauben nicht, wie viele Kippen ich jeden Tag auf dem Gehweg vor meinem Haus einsammele. Mich stört das einfach“, sagt die 80-Jährige und fügt augenzwinkernd hinzu: „Aber ich betrachte es halt als Gymnastikprogramm, das mich fit hält.“

Walter Wieder nimmt an unserem Stand ebenfalls Bezug auf ein Problem, das die ganze Region betrifft: „In der Zeitung steht, dass Bäume im Schlossgarten kaputt gehen. Das war ja vor vielen Jahren schon abzusehen“, schimpft er. Der Grund dafür liege lange Zeit zurück: „Mannheim hat schlechtes Grundwasser, das haben sie von uns genommen und das fehlt jetzt natürlich“, ärgert er sich. Und ein weiteres Thema spricht er an: Er habe sich vor einiger Zeit bei uns über die Betonkübel in Oftersheims Straßen beschwert, wir haben damals nach seiner Ansicht nicht angemessen reagiert. Nun hat Walter Wieder die Kontaktdaten, mit denen er in Zukunft den direkten Draht zur Redaktion bekommt.

Wenig später begrüße ich Horst und Anni Färber, die viel Lob für unsere Zeitung dabei haben. „Gut, dass jetzt ein vernünftiger, politischer Kommentar auf der Seite 1 steht“, finden die beiden – obwohl ihnen die frühere Titelseite mit den kurzen Inhaltsangaben auch gefallen hat. „Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn man zwischen beiden Möglichkeiten abwechselt“, schlägt das Ehepaar vor, das sich mit den „ausgewogenen Inhalten der Zeitung“ gut bedient sieht. Auch der Lokalteil sei wichtig und in Ordnung. Und mit der Zustellung klappe auch alles. „Wir sind rundum sehr zufrieden.“

Albert und Silvia Kraft meinen, dass auf der Oftersheimer Seite mehr Vereinsberichterstattung stattfinden könnte, „ansonsten liefert die Zeitung alle Informationen, die man braucht“.

Hilde Wehres wünscht sich ebenfalls mehr Vereinsberichterstattung, beispielsweise vom Tischtennisverein. Und dann sagt sie, dass die Termine am Wochenende immer ein paar Tage vorher schon veröffentlicht werden sollten: „Man muss ja auch planen können. Samstags kann gerne noch mal eine Erinnerung drinstehen“, wünscht sie sich.

Freude über Artikel vom Tennisclub

Dagegen freut sich Jürgen Stern, der seine Frau Susanne beim Einkaufen begleitet, dass eine Mitarbeiterin unserer Zeitung über den Seniorenkaffee, zu dem der Tennisclub eingeladen hat, in Wort und Bild berichtet hat. „Das ist eine schöne Aktion unserer Damenabteilung“, sagt der Vereinsvorsitzende, „da ist es toll, wenn das auch in der Zeitung steht.“ Und dann macht er uns gleich auf den nächsten Termin aufmerksam. Herzlichen Dank dafür, lieber Herr Stern, denn wir sind eben auch darauf angewiesen, dass uns die Vereine über ihre Veranstaltungen informieren. Gerne kommen wir dann auch vorbei.

Allerdings hat das Ehepaar Stern auch eine Beschwerde an unserem Stand vorzubringen: „Schade, dass Sie heute keinen Prosecco verkaufen“, meinen die beiden lachend. Gute Idee – wir merken’s uns für das nächste Mal vor.

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