Oftersheim

Ökumene Pfarrer Friedbert Böser, Esther Kraus und Sibylle Rolf gestalten Gottesdienst

Das Wesentliche sehen

Archivartikel

Oftersheim.„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt den Augen verborgen.“ Mit diesen Worten begrüßten Pfarrerin Esther Kraus und Monika Boris die ökumenische Gottesdienstgemeinde beim Ortsmittefest im Schulhof der Friedrich-Ebert-Schule.

Und genau das wünschten sie den Besuchern: Dass ihnen das Herz aufgehe, das Wesentliche zu sehen von Gott her, zu Gott, zum Nächsten. In den Mittelpunkt stellten Pfarrer Friedbert Böser und Pfarrerin Sibylle Rolf die Heilung des blinden Bartimäus aus dem Lukas-Evangelium. Bartimäus schrie solange nach Jesus, bis der ihn hörte und ihn heilte. „Diese Heilungsszene ist über dem Eingangsportal der evangelischen Kirche abgebildet“, erklärte Sibylle Rolf hin.

„Damals, 1956, als die Kirche in der Nachkriegszeit gebaut wurde, lasteten noch schwere Erinnerungen an den Krieg, die Trümmer, die Toten und Verfolgten auf den Seelen der Oftersheimer.“

Die „Heilung des Blinden“ wurde für sie zu dem einen einzigen Schrei: „Herr, hilf, dass so etwas nie wieder passiert. Nie wieder Krieg! Nie wieder sollen Unschuldige sterben! Öffne uns die Augen, dass wir sehen!“

Wenn man heute auf die Kirche zugehe, sei das kaum mehr bewusst, führte Pfarrer Böser weiter. „Dabei geschehen heute wieder genauso menschenverachtende Kriege in unserer Welt. Sie bewegen uns, sie belasten uns. Menschen sind auf der Flucht vor Krieg, Terror, vor Dürre. Sie bitten um Solidarität. Sie werden zurückgewiesen.“

Die Welt sei aus ihrem Gleichgewicht geraten. „Herr, gib uns Klarheit und Orientierung“ – diese Bitte hätten wir heute wieder genauso nötig, damit jeder auf der Welt aufblühen könne wie eine Rose.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes oblag dem Gospelchor des Gesangvereins Germania mit ihrem Dirigenten Michael Leibfried an der Orgel. Mit dem Lied „Let the Sun Shine Bright“ nahmen sie die Bitte um das Sehen des Wesentlichen auf. Mit Rosen in den Händen sangen sie von der Liebe, die gelebt sein will. Mit ihrem letzten Lied „O Happy Day“ gaben sie ihre Begeisterung und ihren Schwung den Gottesdienst-Besuchern mit auf ihrem Weg nach Hause.

Als solidarisches Zeichen für das zerstörte Syrien wurde eine Kollekte für Schulen um Aleppo erhoben. Es kamen 725 Euro zusammen. zg

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