Oftersheim

Bahnhof Umbau wird zwei Wochen vor dem ursprünglich gesetzten Termin fertig / Mittelbahnsteig jetzt höher und moderner / Züge nach Karlsruhe halten wieder

Deutsche Bahn kann auch zügig und schnell

Oftersheim.Noch baustellentypisches Chaos herrschte gestern am Bahnhof – heute soll es bereits ab dem Betriebsbeginn der Deutschen Bahn wieder regulär weitergehen. Sowohl der Fußgängertunnel als auch der neu hergerichtete Mittelbahnsteig sind ab den frühen Morgenstunden nach monatelangem Umbau wieder geöffnet. „Dadurch können jetzt auch wieder die Züge in Richtung Karlsruhe nach dem üblichen Fahrplan halten“, erklärte gestern Pierre Frotscher, Projektleiter der Deutschen Bahn, bei einer Baustellenführung für unsere Zeitung. „Den Busersatzverkehr stellen wir entsprechend ab dem frühen Morgen ein.“

Im Dezember vergangenen Jahres hatten die Bauarbeiten mit dem Verlängern der Lärmschutzwände und des Bahnsteigs 1 auf der Ostseite begonnen. Weil an diesem Gleis bereits 2004 das größte Stück erneuert wurde und der Zugang von der Mannheimer Straße nahezu ebenerdig ist, war die Fahrtrichtung Schwetzingen von den Arbeiten kaum betroffen.

Ganz anders sah es seit Januar für die Fahrgäste Richtung Karlsruhe aus – und für alle Bürger, die die wichtige Fußgängerunterführung zum Überwinden der drei Gleise nutzen wollten. „Wir mussten den Tunnel sperren und die Züge Richtung Karlsruhe leider durchfahren lassen, weil wir den Mittelbahnsteig nicht nutzen konnten“, erklärte Projektleiter Frotscher. „Wir haben zwar mit Bussen und einer engen Abstimmung mit dem Bahnhof Schwetzingen versucht, das auszugleichen, aber natürlich verlangt so eine Bauphase viel von den Fahrgästen ab.“

Am jetzt 210 Meter langen und erhöhten Mittelbahnsteig hatten die Bauarbeiter gestern noch viel zu tun: Geländer und Schilder mussten befestigt werden, an zahlreichen Stellen klafften noch Löcher im frischen Pflaster. Rund 40 Mitarbeiter waren in der Schlussphase gleichzeitig im Einsatz, um den Neustart am Bahnhof fristgerecht einhalten zu können.

Vergleichsweise wenig Platz

„Ursprünglich hätten wir erst zwei Wochen später wieder aufgemacht, aber dank einer geschickten Plananpassung durch die Baufirma konnten wir schneller fertig werden“, erklärte Bahn-Projektleiter Frotscher. Der so gelobte Bauleiter Sebastian Laier von der Firma Reif konnte den Dank gut gebrauchen – denn leicht hatte es ihm der Oftersheimer Bahnhof nicht gemacht. „Wir haben hier einfach sehr wenig Platz, das ist kein Vergleich zu Schwetzingen oder anderen Bahnhöfen in der Region“, so Laier. „Beim nördlichen Ende des Mittelbahnsteigs erreichen wir die Mindestbreite fast auf den Zentimeter, obwohl wir ein Gleis extra verlegt und den Treppenaufgang etwas schmaler gemacht haben.“ Große Geräte konnten für den Umbau kaum eingesetzt werden, vieles mussten die Arbeiter von Hand erledigen.

Der Fahrstuhl, der den Bahnsteig für Rollstuhlfahrer und Fahrgäste mit großem Gepäck oder Kinderwagen erreichbar machen soll, befindet sich hinter der umgebauten Treppe. Bislang ist nur der Schacht fertig, jetzt muss eine Spezialfirma zunächst ein millimetergenaues Stahlgerüst und danach die Technik einbauen. „Das dauert sicherlich bis in den Herbst, erst dann ist der Umbau komplett fertig“, betonte Bahn-Projektleiter Pierre Frotscher gestern. Fahrgäste, die nicht auf den Aufzug angewiesen seien, könnten hingegen ab heute ganz normal auf den Bahnsteig gelangen. „Wir haben noch einige kleinere Restarbeiten zu erledigen, aber die stören den Fahrbetrieb nicht mehr“, so Frotscher.

Unterführung wieder geöffnet

Auch für viele Fußgänger, die den Tunnel nutzen, um auf die andere Seite der Gemeinde zu gelangen, wird der Weg ab heute wieder leichter sein. Doch beim ersten Gang durch die Unterführung sollten die Oftersheimer nicht zu viel erwarten: Die Wände sind weiterhin mit Graffiti verschmiert, die Beleuchtung wurde nicht erneuert. „Der Tunnel gehört im Gegensatz zur Treppe und dem Fahrstuhl nicht der Deutschen Bahn, sondern der Gemeinde“, so Bahn-Projektleiter Frotscher. „Wir übergeben ihn besenrein, aber wir renovieren ihn nicht.“ Das gleiche gelte für die Zugänge zum Tunnel.

Ob die steile Rampe auf der Ostseite, die für Rollstuhlfahrer kaum zu bewältigen ist, in absehbarer Zeit umgebaut werde, müsse deshalb die Gemeinde entscheiden. „Wir sind da allerdings gesprächsbereit – schließlich bringt es unseren Fahrgästen nichts, wenn sie mit dem Fahrstuhl vom Gleis in den Tunnel gelangen können, aber von dort nicht mehr heraus“, so Frotscher.

Info: Weitere Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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