Oftersheim

Evangelisches Gemeindehaus Demenzcafé „Vergissmeinnicht“ feiert sein achtjähriges Bestehen / Drei der ehrenamtlichen Helferinnen sind von Anfang an dabei

Die Krankheit einen Moment lang vergessen

Archivartikel

Oftersheim.Hier werden Tücher geschwungen, Bälle geworfen und es wird miteinander gesungen. Die Krankheit soll für einige Stunden in Vergessenheit geraten – die Betreuerinnen des „Café Vergissmeinnicht“ sorgen für Abwechslung zum monotonen Alltag.

„Uns allen liegt es am Herzen, jeden individuell zu betreuen“, so die Leiterin Doris Zimmermann. Jetzt im Oktober feiert das Betreuungs- und Demenzcafé bereits seinen achten Geburtstag. Drei der ehrenamtlichen Helferinnen engagieren sich schon von Anfang an – Monika Boris, Angelika Hillengass und Angelika Postelt. „Wir sind Ihnen allen für diese Betreuung wirklich sehr dankbar“, spricht Roland Seidel, stellvertretender Bürgermeister, vielen Angehörigen aus der Seele und überreicht zum Geburtstag einen Kuchen in Form einer Acht.

Bestmögliche Betreuung

Demenz ist eine der häufigsten auftretenden Krankheiten in zunehmendem Alter. Die Betroffenen können sich oftmals keine neuen Informationen merken oder Erinnerungen werden allmählich aus dem Gedächtnis gelöscht. Um ihnen neue Lebensqualität zu schenken, gibt es die Möglichkeit, wöchentlich an diesem Angebot des kirchlichen Pflegedienstes Kurpfalz teilzunehmen. Die Betreuerinnen bilden sich durch Fortbildungen über die Demenz weiter und nehmen an Erste-Hilfe-Kursen teil, um somit die Betreuung bestmöglich zu gestalten.

Des Weiteren helfen auch Personen mit, die hauptberuflich als Gesundheits- und Krankenpfleger oder in einer Demenzwohngruppe arbeiten. Sehr engagiert seien auch die Kinder der Familie Handl, erzählt Doris Zimmermann. Die Älteste, Joia, helfe, wenn es das Studium zulässt, ihr Bruder Til engagierte sich vier Jahre und mache jetzt eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. „Und der erst 13-jährige Erik hilft uns im Rahmen seiner Pfadfindertätigkeit“, ist Zimmermann sichtlich erleichtert über diese Unterstützung.

Abwechslungsreiches Programm

Die dreistündigen Nachmittage werden immer anders gestaltet. An ihnen nehmen regelmäßig elf Männer und Frauen teil. Am Anfang werde Gymnastik mit Tüchern und auch Bällen gemacht. Ganz nach dem Motto: „Wer rastet, der rostet.“ Zwischendurch wird immer wieder gesungen, denn singen weckt viele Erinnerungen an früher, weiß Doris Zimmermann, die seit sechs Jahren das Café Vergissmeinnicht leitet. Bevor die Demenzkranken sowie die im Bewegungsapparat Eingeschränkten abgeholt oder nach Hause gefahren werden, wird zum Abschluss der selbst gebackene Kuchen gegessen. Aber auch kleinere Ausflüge wie beispielsweise zur Kerwe gehen, den Maibaum betrachten oder Kunstausstellungen besuchen gehören dazu.

„Das ist ganz toll, was die Damen hier anbieten. Mein Theo ist 93 Jahre alt und immer total begeistert“, erzählt der pflegende Angehörige Dieter Hamprecht.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional