Oftersheim

TSV Grünen-Bundestagsabgeordneter Danyal Bayaz besucht eSport-Abteilung / Stratmann: Kritische Strömungen gebe es ja fast überall

Digitalisierung des Sports vorantreiben

Archivartikel

Oftersheim.Ist eSport eine richtige Sportart und was kann die Politik tun, um diese zu unterstützen? Diesen und anderen Fragen ging der Bundestagsabgeordnete Danyal Bayaz (Bündnis 90/Die Grünen) gemeinsam mit den Oftersheimer Grünen bei einem Besuch des Turn- und Sportvereins (TSV) nach, wie es aus dem Wahlkreisbüro von Bayaz heißt.

Die eSport-Abteilung des TSV profitiere von der Erfahrung des Oftersheimer Traditionsvereins, denn auch Konditions- und Konzentrationstraining seien von Bedeutung. Umgekehrt unterstütze die eSport-Abteilung andere Abteilungen bei der Digitalisierung des Sports. Generationenkonflikte gebe es dabei keine, betonten die Gastgeber Dr. Markus Lauff und Jonas Stratmann. Die Szene sei auch insgesamt immer mehr im Kommen. Ein Grund, warum man nun ins neu eröffnete eSport-Leistungszentrum im Mannheimer Stadtteil Rheinau ausweiche.

Frischen Wind in Vereine bringen

„Dass eSport eine Möglichkeit ist, wieder frischen Wind in klassische Sportvereine zu bringen, freut mich“, so Bayaz. Auch er habe früher einige Stunden an der Spielekonsole verbracht, verriet der heute 36-Jährige. Die Politik könne hier einen großen Schritt auf die Szene zugehen, indem sie ihr die Gemeinnützigkeit gewährt – derzeit ist die eSport-Abteilung noch als GmbH organisiert. „Was beim Schach geht, sollte meiner Meinung nach auch für den eSport möglich sein“, sprach sich der Abgeordnete für den eSport aus.

Die Grünen-Gemeinderäte rund um den Fraktionsvorsitzenden Patrick Schönenberg zeigten sich erfreut, dass der TSV nicht nur die aktuelle Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo, sondern auch viel Engagement in der ganzen Breite des Sports zu bieten hat und durch die eSport-Abteilung auch innovative Ideen zulässt. „Der TSV ist ein tolles Aushängeschild unserer Gemeinde“, stellten die Kommunalpolitiker übereinstimmend fest.

Ein weiteres Thema an diesem Abend waren die Forderungen von Innenminister Horst Seehofer, die Gaming-Szene nach dem Anschlag in Halle stärker unter Beobachtung zu stellen. Der Abgeordnete Bayaz, dem der gesellschaftliche Zusammenhalt ein wichtiges Anliegen ist, interessierte sich für die Einschätzung von Jonas Stratmann zu diesem Thema. Die Gaming-Szene, aus der viele der eSportler (meist männlich, eSportlerinnen gibt es bisher noch eher selten) kommen, sei auch nicht anders als andere Jugendszenen. Natürlich gebe es auch hier kritische Strömungen, aber die gebe es ja fast überall, betonte Stratmann, der auch beruflich viel mit Jugendlichen zu tun hat. Bayaz ergänzte: „Wenn Herr Seehofer den Fokus nur darauf legt, macht er es sich zu einfach.“

Wichtig seien vor allem präventive Maßnahmen. So könne auch die Organisation der Gamer in einem Verein wie dem TSV negativen Strömungen entgegenwirken: „Hier im Verein können wir auch Jugendliche mit unseren Angeboten erreichen, an die man sonst nicht so einfach rankommt, und ihnen die positiven Werte des Vereinslebens vermitteln“, betonte Stratmann abschließend die gesellschaftliche Verantwortung des eSports. zg

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