Oftersheim

Ein ehrlicher Finder

Archivartikel

Es gibt überhaupt keine guten Nachrichten mehr. Diese Klage hört man immer häufiger, wenn man sich mit Freunden unterhält oder anderen Menschen bei Gesprächen zuhört.

Stimmt nicht ganz. Ein Mann, der in Oftersheim lebt, hat jetzt das Gegenteil bewiesen: Wir dürfen noch auf Ehrlichkeit hoffen, wenn wir etwas verlieren, und an das Gute im Menschen glauben.

Der 35-Jährige, um den es sich bei dieser wahren Geschichte handelt, hat beim Zugfahren einen Geldbeutel gefunden. Darin waren mehr als 600 Euro Bargeld, darüber hinaus noch Papiere und Kreditkarten. Für viele Menschen wäre die Versuchung in diesem Moment sicherlich groß gewesen, den Fund einfach für sich zu behalten.

Nicht so für den Oftersheimer: Er marschierte geradewegs ins Rathaus, um das Portemonnaie mitsamt dem wertvollen Inhalt abzugeben. Mit Hilfe der Mitarbeiter aus dem Bürgerbüro und dem Integrationsbüro wurde der Eigentümer in einer Nachbargemeinde ausfindig gemacht und informiert.

Erleichtert holte der Besitzer sein Eigentum ab, er konnte sein Glück kaum fassen. Und für ihn Ehrensache: Er spendierte dem ehrlichen Finder sogar einen großzügigen Finderlohn.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es sich bei dem Finder um einen Afghanen handelt, der als Flüchtling in Oftersheim ein Zuhause gefunden hat.

Da sage noch einmal einer, dass es keine guten Nachrichten mehr gibt.

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