Oftersheim

Premiere Sabine und Thorsten Wendtland treffen die Schauspieler von „Big Manni“, Hans-Jochen Wagner und Felix Eitner / Feier auf Original-Schauplatz der Geschichte

Ein Milliardenbetrüger zum Anfassen

Baden-Baden/Oftersheim.Nur einen Meter stehen Sabine und Thorsten Wendtland von den Schauspielern Hans-Jochen Wagner und Felix Eitner entfernt. Zusammen mit neun weiteren Gewinnerpaaren stoßen sie mit einem Glas Sekt auf einen schönen Abend an.

Eine Stunde bevor die Gäste der exklusiven SWR-Premierenfeier von „Big Manni“ auf dem Baden-Airpark in den Event-Hangar E210 dürfen, haben die Gewinner unserer Zeitung noch wunderbar Zeit, um sich in kleiner Runde mit den Hauptdarstellern des Films auszutauschen und sich vor der Kamera mit ihnen abzulichten. „Seht mal lässig über die Schulter, als wärt ihr Teil des Casts“, ermuntert Fotograf Peter Schmidt die beiden Oftersheimer, als sie zwischen Wagner und Eitner vor der Leinwand posieren. Für die Schauspieler scheint dieser Auftrag ein Kinderspiel zu sein, eine Hand gleitet in die Hosentasche, der Blick wird cool und fokussiert die Linse.

Sabine und Thorsten Wendtland versuchen, es ihnen gleich zu tun, aber das Grinsen auf ihren Gesichtern können sie nicht verbergen. Zu aufregend ist der Abend für das Ehepaar. „Wir wollten den Film schon im vergangenen Jahr auf dem Festival des deutschen Films Ludwigshafen sehen, das hat aber leider nicht geklappt“, erklärt die 47-Jährige.

Tina Joyeux vom SWR ist sich sicher: „Da muss man schon auf der Seite des Glücks stehen, dass man in dieser Runde mit dabei sein kann.“ In lockerer Atmosphäre sprechen Hans-Jochen Wagner und Felix Eitner über die Dreharbeiten. „Es ist immer ein bisschen sonderbar, sich selbst auf der Leinwand zu sehen, aber die Erinnerungen an diese Zeit sind durchweg positiv“, sagt der Schwabe, der sich einen badischen Kunstdialekt für die Geschichte um den Milliardenbetrüger Manfred Brenner antrainiert hat. „Ich fand es spannend, dass Manfred Schmider seinen Reichtum nicht für Drogen oder Exzesse ausgegeben hat, sondern sich fast schon kindliche Wünsche erfüllt hat“, sagt Wagner.

Komparse verrät Insiderinfos

Als Parodie haben Produzentin Sabine Tettenborn, Regisseur Niki Stein und Drehbuchautor Johannes Betz den Skandal um das Wirtschaftsunternehmen Flowtex von Manfred Schmider, der für seinen Betrug zu elf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, auf die Leinwand gebracht. Fast alle Schauspieler sind zur Premierenfeier zum Baden-Airpark gekommen – einem Original-Schauplatz der Geschichte. Denn Manfred Schmider selbst hat den Flughafen eröffnet. Der Schwetzinger Gert Häusler war Komparse und gibt uns einen kleinen Insiderblick: „Diese Szene haben wir in Lahr auf dem Flugplatz gedreht, weil es dort so heruntergekommen aussieht wie damals in Baden-Baden.“ Außerdem sei die große Geburtstagsparty wirklich auf dem Turmberg in Karlsruhe – Schmiders ehemaligen Anwesen – gedreht worden. „Das Feuerwerk war nicht echt. Eine Drohne flog über uns und wir haben sie fasziniert angeschaut – bis 2 Uhr nachts.“

Bei der Diskussionsrunde am Ende sprechen die Filmemacher von der Begegnung mit dem „echten“ Manfred Schmider. „Er hat sich den Film mit uns angesehen, es war für ihn ein schwerer Gang – und zum Schluss hat er gesagt: ,Der Film geht doch sehr fair mit mir um’“, schildert Autor Johannes Betz den Abend.

„Es erscheint einem jetzt so einfach, wie er das gemacht hat“, sagt Sabine Wendtland und fügt hinzu: „Als wir auf der Autobahn hierher gefahren sind, haben wir uns an den Schriftzug von Flowtex erinnert, der von der Straße aus immer zu sehen war, diese Geschichte ist noch so präsent“. Und ihr Mann ergänzt: „Die Verknüpfung mit dem Baden-Airpark war super und die Schauspieler waren sympathisch und ,zum Anfassen’. Wir standen ja sogar in einer Schlange am Essensbuffet.“


Quelle: SWR

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