Oftersheim

Ein zweiter Blick lohnt sich

Archivartikel

Anette Zietsch schaut genauer auf die Kriminalitätsstatistik

 

Zahlen sagen nicht immer die ganze Wahrheit. Das sieht man einmal mehr bei der Kriminalitätsstatistik, die der Leiter des Schwetzinger Polizeireviers, Martin Scheel, jetzt vorstellte.

Geht man nur mal von den absoluten Werten aus, bedeutet das: Die Straftaten sind in Oftersheim im vergangenen Jahr um 45 auf 584 Fälle im Vergleich zum Jahr 2016 gestiegen. Daraus ließe sich schnell folgern: Die Hardtgemeinde ist unsicherer geworden.

Doch wie so oft lohnt auch in diesem Fall ein zweiter Blick, eine detailliertere Betrachtung. Und dann sieht man schon: 134 der Straftaten sind allein im Zusammenhang mit dem mittlerweile in der ganzen Gemeinde bekannten Nachbarschaftsstreit zu sehen.

Aber auch ein zweiter Punkt „verfälscht“ die Kriminalstatistik: Die Tank- und Rastanlage Hardtwald liegt zwar auf Oftersheimer Gemarkung. Und somit wird auch das Kriminalitätskonto der Gemeinde belastet, wenn es auf diesem Areal zu Straftaten kommt – im Betrachtungszeitraum waren es verstärkt Tankbetrugsdelikte. Aber wirklich unsicherer wird das Leben für die Oftersheimer dadurch nicht.

Für viele Menschen mag ein weiterer Aspekt der Kriminalitätsstatistik erstaunlich sein: Sowohl die Zahl der Wohnungseinbrüche als auch der Kfz-Aufbrüche sind zurückgegangen – und das in einem erheblichen Maß. Betrachtet man die Eintragungen in den sozialen Netzwerken, so wird das anders wahrgenommen. Das subjektive Sicherheitsgefühl deckt sich da nicht immer mit der Realität.

Ein zweiter Blick auf die Zahlen lohnt sich eben doch.

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