Oftersheim

Rose-Saal Das Theaterstück „Lieselotte macht Urlaub“ begeistert junge Zuschauer

Eine Kuh, die Selfies macht

Archivartikel

Oftersheim.Der Rose-Saal ist vorbereitet. Die Kulisse steht. Ein blaues Tuch hängt im Hintergrund. Auf dem Tisch liegt eine grün-blaue Decke. Links davon steht eine Posttasche und rechts ein graues Regal – es ist der Hühnerstall. Aufgeregt warten die Kinder, was als Nächstes passiert. Als Anke Scholz auf die Bühne kommt und auf dem Stuhl Platz nimmt, der am Tisch steht, klatschen die Kinder und die Eltern, die in den hinteren Reihen Platz genommen haben.

Regelmäßig richtet die Gemeindebücherei ein Kindertheater aus. Dieses Mal passt es auch thematisch zu den begonnenen Sommerferien. „Lieselotte macht Urlaub“ von Alexander Steffensmeier begeistert die Kinder von vier bis acht Jahren. „Die Bilderbücher von Kuh Lieselotte sind bei den Kindern beliebt und werden sehr gerne ausgeliehen“, sagt die Leiterin der Bücherei, Annette Hörstel. Anna Stengler, die seit drei Jahren in der Bücherei arbeitet, kann dies nur bestätigen.

Hinter der Bühne hat Anke Scholz sich schon bereitgemacht für ihr 45-minütiges Kindertheater mit Puppen. Als Bäuerin hat sie sich mal einen Urlaub in Malta gegönnt, aber nun ist sie froh, wieder bei ihren Tieren sein zu können. Kuh Lieselotte gibt nicht nur Milch, sondern arbeitet auch als Postkuh und unterstützt den Postboten.

Während die Bäuerin auf sie wartet, erzählt sie den Kindern die Geschichte, als Lieselotte im vergangenen Jahr Urlaub gemacht hat. Alles fing damit an, dass die Bäuerin eine Postkarte vom Postboten bekam und Lieselotte vorlas. Da entschied sich die Kuh dazu, auch in den Urlaub zu fahren.

An der Bushaltestelle wartete sie drei Stunden vergeblich auf den Bus, bis sie die Weide gegenüber der Straße entdeckte und beschloss, auf dieser Urlaub zu machen.

Gemütlich auf der Wiese

Sie macht Selfies von sich und liegt gemütlich mit der Sonnenbrille auf der Wiese. Die Tiere auf dem Bauernhof beobachteten sie dabei: Trude das Schwein, Ziege und die Hühner. Es entsteht ein Urlaubswettbewerb zwischen den Tieren und Lieselotte, da diese möchten, dass sie zurück auf den Hof kommt. Letztlich kommen sie auf die Idee, die Lieblingsspieluhr von Lieselotte zu benutzen: Die ersten Töne erklingen und die Kuh rennt mit schnellen Schritten zurück auf den Bauernhof. Und so konnte das Sommerfest beginnen. Zurück in der Gegenwart, wartet die Bäuerin noch immer auf Lieselotte und erfährt, dass es heute einfach nur länger dauert.

Am Ende erzählt Anke Scholz den Kindern, dass sie an die Tür gehen müssen, da Lieselotte gleich kommen muss. Alle Kinder stehen auf, laufen zur Tür und das Stück endet. Völlig in den Bann gezogen von der Unterhaltungskünstlerin wollen alle Kinder wissen, wo die Kuh nur bleibt. Barbara Blake war zum ersten Mal mit ihrem gerade vier gewordenen Sohn Matteos im Kindertheater. „Es war total schön und so ideenreich. Man war immer total gespannt, was wohl als Nächstes passieren wird“, erzählt sie ganz euphorisch und freut sich schon auf das nächste Mal.

Seit 25 Jahren macht die gelernte Gärtnerin Anke Scholz bereits Kindertheater. „Ich liebe die direkten Reaktionen der Kinder und dass sie sich mehr darauf einlassen als die Erwachsenen“, erzählt die gebürtige Sächsin, die 2008 das Artisjoktheater gründete.

„Der Hohnsteiner Kasper hat mich als Kind inspiriert. Es hat zwar noch viele Jahre gedauert, aber es hat mich nie losgelassen.“

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