Oftersheim

Einfach mal machen

Es ist ein schönes Beispiel für Pragmatismus in Krisenzeiten: Weil wegen der Corona-Pandemie der geplante Abschluss der Sanierung nicht stattfinden konnte, werden jetzt Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung den Hort in der Friedrich-Ebert-Schule kurzerhand selbst aufhübschen. Anstatt ihre Freistellung vom regulären Dienst in Freizeit umzuwandeln, engagieren sie sich für ihre Gemeinde. Dabei kommen sie mitunter auf kreative Ideen, um neu entstandenen Problemen mit neu erdachten Lösungen zu begegnen – in Krisenzeiten muss man eben auch mal improvisieren und seinen gewohnten Arbeitsbereich erweitern. Und plötzlich ist sogar Muße vorhanden: Weil der hektische Alltag derzeit eingeschränkt ist, können die Mitarbeiter in aller Ruhe die Horträume fertig streichen – vielleicht auch mit einem Blick mehr für Details, als wenn die Räume unter Zeitdruck fertig werden müssten.

Natürlich bleiben gleichzeitig andere Dinge liegen: Weil das Rathaus inzwischen nur noch mit halber Notbesetzung arbeitet, müssen viele Bürger ihre Anliegen verschieben und auf Ergebnisse mitunter länger warten. Nach dem Abklingen der Krise wird auf die Mitarbeiter – und uns alle – vermutlich ein großer Berg an aufgelaufener Arbeit zukommen. Und dennoch: Die außergewöhnliche Situation derzeit sinnvoll zu nutzen und eben das zu tun, was möglich ist, wird die Folgen dieser umfassenden Krise etwas abmildern. Es muss schließlich weitergehen. Und solche Beispiele zeigen im Kleinen, dass es das auch tut – wenn alle mithelfen und mitunter „einfach mal machen“.

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