Oftersheim

Spende Matthias Gött bestellt eine neue Babyschaukel für Spielplatz in der Hardtwaldsiedlung/ Vorgängermodell wurde mutwillig zerstört

Er hatte keine Chance gegen Mias Argumente

Archivartikel

Oftersheim.Der Waldspielplatz in der Hardtwaldsiedlung hat sie wieder, seine Babyschaukel. Die alte war vor einigen Wochen mitsamt ihrer Verankerung ein Opfer von Vandalismus geworden. In den sozialen Netzwerken wurde vielfach Unverständnis über diese nicht besonders clevere Art, Aggressionen abzubauen, geäußert.

Findus-Chef Matthias Gött, der im vergangenen Jahr die Spielgeräte für den Spielplatz gespendet hatte, erfuhr von der Verwüstung auf eine andere Art: „Meine Tochter Mia, die bei der Einweihung im vergangenen Sommer dabei war, wollte nach einem Besuch beim Wildgehege ihrer Mama stolz die Schaukel zeigen“, berichtete Gött. „Doch sie fanden nur die traurigen Reste vor.

Papa schreitet zur Tat

Die beiden kamen nach Hause und Mia erzählte gleich ganz aufgeregt, was sie dort auf dem Spielplatz gesehen hatte.“ Für den Papa war sofort klar, dass er tätig werden muss, „denn gegen eine Vierjährige haben Sie einfach keine Argumente“, meinte er schmunzelnd. „Und parallel dazu gingen ja auch schon die Diskussionen auf Facebook los.“ Die Schaukel wurde innerhalb von ein paar Tagen geliefert, lediglich eine stabile Verankerung – das Holzgestell wurde durch verzinkten Stahl ersetzt – die ja auch bestimmte Sicherheitsvoraussetzungen für einen Spielplatz erfüllen muss, brauchte seine Lieferzeit.

Dazu kam noch, dass auch beim Bauhof die Mitarbeiter immer abwechselnd ihren Sommerurlaub hatten und das ohnehin zahlenmäßig dezimierte Team während der heißen Wochen erst einmal damit beschäftigt war, die öffentlichen Grünflächen vor dem Austrocknen zu bewahren.

Der stellvertretende Bauhofleiter Bernd Hertlein meinte: „Für uns stand fest, dass wir nach dem Urlaub als erstes die Schaukel befestigen müssen.“ Und so geschah es dann.

Nicht nur reden – machen

Auch Bürgermeister Jens Geiß freute sich über die erneute Spende von Matthias Gött, äußerte aber zugleich Unverständnis über die Verwüstung: „Der Spielplatz hier ist wegen seines schattigen Standorts beliebt und wird gerne von Kitas genutzt. Warum kann man das nicht einfach genießen? Einige Wenige machen das für die vielen Besucher kaputt. Der Bauhof hat genug zu tun. Wenn die Arbeit dann noch erschwert wird, ist das unbefriedigend. Aber dankenswerterweise gibt es mit Matthias Gött jemanden, der nicht nur redet, sondern einfach macht.“

Der Findus-Chef engagiert sich seit vier Jahren für Kinderprojekte in der Region, die er finanziell unterstützt. „Ich sammle Textilien bei den Haushaltsauflösungen, weil ich die illegalen Müllcontainer, die aufgestellt werden, nicht mag. Und der Erlös kommt dann Programmen für die Jüngsten zugute“, sagt er.

So wie den Oftersheimer Kindern, die den Spielplatz in der Hardtwaldsiedlung wieder nutzen können.

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