Oftersheim

Typisierungsaktion Überwältigende Resonanz auf den Aufruf / Einnahmen durch Café Blutplättchen / Sandhausens Zweitliga-Fußballer Tim Knipping gibt Autogramme

Es gibt 475 Mal neue Hoffnung für Robert Karch

Archivartikel

EPPELHEIM.Robert Karch war den ganzen Sonntag auf den Beinen: „Es ist so klasse, wie viele Menschen gekommen sind“, freute er sich am Tag der Typisierungsaktion, die wegen seiner Knochentumor-Erkrankung, dem „Multiplen Myelom“ (wir berichteten), vom großen Freundeskreis mit Hilfe des Vereins „Blut e.V.“ durchgeführt wurde.

„Insgesamt wurden heute 475 neue potenzielle Stammzellspender registriert“, schaute Peter Stadtherr, Koordinator für allogene Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Heidelberg, am Abend nach fünf Stunden mit Dauerbetrieb auf das tolle Ergebnis. Das Durchschnittsalter der 475 jetzt registrierten Menschen lag bei 33 Jahren, es wurden 52,4 Prozent Frauen und 47,6 Prozent Männer verzeichnet.

„Im Vorfeld wurden fast 150 Hausarzt-Sets zur Typisierung angefordert“, summierte Stadtherr insgesamt zirka 625 Spender für diese Aktion. Einer davon war Marvin Rühle. Er ist Torwart beim ASV Eppelheim und zusammen mit der ersten und zweiten Mannschaft vor den Sonntagsspielen zur Typisierung gekommen: „Ich wollte das schon immer mal machen lassen, jetzt ist der direkte Bezug noch dazu gekommen und die Typisierung vor Ort möglich“, schilderte er seinen persönlichen Beweggrund. Zudem ist Karchs Sohn Robert im Verein in der C-Jugend aktiv, man kennt die Familie also. Die Sportler lagen natürlich im gewünschten Altersbereich von 18 bis 45 Jahre, alle, die jünger oder älter waren, kamen trotzdem.

ASV-Fußballer übergeben Spende

Im „Café Blutplättchen“ haben sie von den 120 gespendeten Kuchen gegessen oder einige Stücke mit nach Hause genommen. In die Spendenbox legten sie dafür größtenteils Scheine. Für Karch gab es von den Fußballern noch eine Überraschung, die ihn sehr rührte: „Die Mannschaften haben gesammelt und mir eine Geldspende für die Typisierungskosten gegeben“, wusste er kaum noch Worte für den Dank, den er empfindet. Er war schlichtweg überwältigt.

Während die Fußballer schon vor dem eigentlichen Start der Aktion gekommen sind, weil sie eineinhalb Stunden später zu einem Spiel mussten, wurde es mit Beginn recht eng im Foyer der Wild-Halle. Hier hörten die potenziellen Stammzellspender eine Aufklärung durch Mitarbeiter von „Blut e.V.“, bevor sie die Fragebögen ausfüllten und zur Blutabnahme gingen.

Danach wechselten die Menschen auf den Abnahmeplätzen im Minutentakt. Wer fertig war, nahm ein paar Lose mit, es winkten hochwertige Preise, der Erlös ging in die Typisierungskasse.

In der Sonne vor der Halle avancierte die Szene zum Biergarten, denn unter den schattenspendenden Bäumen standen Bierzeltgarnituren, die gut besetzt waren mit Kaffee- und Kuchen-Genießern. Dicht gedrängt standen Fans Schlange bei Tim Knipping vom Zweitligisten SV Sandhausen, der für eine Stunde Autogramme gab und sich am Ende ebenfalls Blut abnehmen ließ.

Jetzt heißt es fünf bis sechs Wochen warten, so lange dauert die Untersuchung der Blutspenden. Ob dann ein passender Spender für Robert Karch dabei ist, wird man sehen: „Wenn nicht, dann vielleicht für irgendjemanden auf dieser Welt“, meinte er bescheiden.

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