Oftersheim

Sturmtief Telefonleitungen in zwei Gemeinden gefährdet / Ziegel drohen, von der Schutzengelkirche in Brühl zu stürzen / Straßen zeitweise gesperrt

„Fabienne“ hält Feuerwehren auf Trab

Archivartikel

Region.In immer kürzeren Abständen treffen starke Unwetter die Region – am frühen Sonntagabend fegte „Fabienne“ über unser Verbreitungsgebiet.

Der heikelste Einsatz ging bei der Oftersheimer Feuerwehr gegen 22 Uhr ein: Ein vom Sturmtief getroffener Baum kippte – kurz, bevor er drohte, ganz umzufallen – auf eine Telefonleitung im Oberen Feld bei der Abzweigung zu den Kleintierzüchtern.

„Der Baum stand unter Spannung, deshalb hat unsere Mannschaft gleich die Berufsfeuerwehr Heidelberg mit ihrer Spezialausstattung dazu gerufen. Die waren schnell vor Ort und haben uns prima unterstützt“, freute sich Kommandant Rüdiger Laser im Gespräch mit unserer Zeitung über die unbürokratische Hilfe der Kollegen. Der Baum ist jetzt fachgerecht gefällt, die Gefahr beseitigt. Zu Störungen oder Ausfällen kam es nicht.

B 291 unpassierbar

Der erste Alarm ging gegen 17.15 Uhr los. Der Einsatzort: in der Nähe des Golfplatzes. Aber anders als vor gut einem Jahr – damals hatte Sturmtief „Friederike“ ja den Platz verwüstet und für einige Wochen unbespielbar gemacht – traf es dieses Mal nur die Zufahrt von der B 291 her. Hier knickte ein Baum um und fiel über die Fahrbahn.

Fast acht Stunden später, es war inzwischen 1 Uhr in der Nacht geworden, waren alle 15 eingegangenen Einsatzstellen von den 29 Feuerwehrleuten mit allen verfügbaren Löschgruppenfahrzeugen, dem Tanklöschfahrzeug und dem Gerätewagen Logistik abgearbeitet. Bei den meisten Benachrichtigungen handelte es sich um Anrufe von Bürgern, die abgebrochene Zweige und Äste auf den Gehwegen und Straßen innerorts und im Waldgebiet festgestellt hatten. Auch ein umgestürzter Bauzaun im Gewerbepark Hardtwald wurde wieder aufgerichtet.

„Andrea Danieli hat alle gemeldeten Stellen angefahren. Dadurch konnten wir die Einsätze nach Prioritäten abarbeiten“, lobte Laser seinen Stellvertreter. „Unsere Feuerwehleute haben dann die Straßen zeitweise abgesperrt, damit wir die umgestürzten Bäume wegräumen konnten. Die Polizei war ja auch an anderen Stellen beschäftigt.“

So war unter anderem der Zugang zum Golfplatz schnell wieder frei zugänglich. Glücklicherweise gab es keine Personenschäden. Gleiches gilt für die Ziegen, die die Dünenlandschaft beweiden, für sie konnte keine Gefahr ausgemacht werden.

Laser selbst saß zum Zeitpunkt des Unwetters gemeinsam mit einer Delegation aus der Hardtgemeinde in dem Bus, der sich auf der Heimfahrt von Weinböhla befand. „Auf dem Weg von Sachsen in die Kurpfalz sind wir zeitweise in heftiges Aquaplaning geraten. Und der Sturm in unserer Partnergemeinde war auch ganz schön stark, als wir am Freitag die Oftersheim-Linde gepflanzt haben“, hat der Kommandant alle Ausprägungen des Unwetters am Wochenende erlebt. Deshalb sei die Delegation zu einem Reim inspiriert worden: „Auch Regen, Sturm und Winde hindern uns nicht am Pflanzen einer Linde.“

Er appelliert an die Bürger: „Wer abgeknickte Äste an Bäumen sieht, die drohen, zu Boden zu fallen, soll die Gemeinde, Telefon 06202/20 50 benachrichtigen.“

Brühl: In der Hufeisengemeinde traf „Fabienne“ besonders schwer die katholische Schutzengelkirche. Der Wind hatte auf dem Dach einige Quadratmeter Ziegel abgedeckt. Mithilfe der Drehleiter aus Schwetzingen wurden die losen Stücke entfernt. Um eine Gefährdung der Bevölkerung und insbesondere der Kinder auszuschließen, die den benachbarten Hort der Jahnschule besuchen, hat man für Teile der Außenanlagen eine Sicherheitszone eingerichtet, sagte der Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes, Christian Stohl, gegenüber unserer Zeitung. Spätestens morgen Abend wollen die Dachdecker, die derzeit die Reparaturen erledigen, ihre Arbeit beendet haben.

Beide Seiten beschädigt

„Bei der Besichtigung am Tag haben wir festgestellt, dass beide Seiten im Turmbereich in Mitleidenschaft gezogen wurden“, berichtete Gerhard Zirnstein von der katholischen Kirchengemeinde. „Und auch ein Baum zwischen Kirche und Pfarramt wurde in Mitleidenschaft gezogen.“

Um 17.58 Uhr ging der erste Alarm bei der Brühler Feuerwehr ein, im Gemeindegebiet wurden mehrere Sturmschäden gemeldet. Umgestürzte Bäume versperrten Straßen und Radwege wie auf dem Leimbachweg, am Kreisel zum TV-Clubhaus oder auf der Strecke zur Kollerfähre, wo drei umgefallene Bäume um Haaresbreite eine Telefonleitung verfehlten. Gegen 23 Uhr hatten die Feuerwehrleute die Hindernisse beseitigt.

Schwetzingen: Durch heruntergefallen Äste wurden im Odenwaldring und in der Hildastraße zwei geparkte Autos beschädigt, meldet die Polizei. Kommandant Walter Leschinski ergänzt: „Bei 16 Alarmierungen waren 25 unserer Feuerwehrleute bis 22.30 Uhr im Einsatz.“ Es handelte sich um abgebrochene Äste und Zweige, umgestürzte Bauzäune und abgerissene Werbetafeln.

Ketsch: Thomas Maier ist froh, dass die Enderlegemeinde weniger stark von dem Sturmtief betroffen war als die Nachbarkommunen. „Wir wurden nur zu drei Einsätzen gerufen“, meinte der Feuerwehr-Pressesprecher, „ein umgestürzter Bauzaun bei der Neurottschule, ein größerer Ast, der auf eine geparktes Auto gefallen ist, und ein Wasser-Rückstau in der Blumenstraße.“

PIankstadt: In der Max-Reger-Straße machte sich ein Anhänger selbstständig und an der Großbaustelle in der Schönauer Straße stürzten mehrere Bauzäune ein, heißt es in der Polizeimeldung.

Eppelheim: Kommandant Uwe Wagner und 20 Feuerwehrleute wurden zu elf Einsätzen gerufen, unter anderem fiel ein großer Baum auf den Vorbau eines Hauses in der Wieblinger Straße, ein Baum stürzte auf den ASV-Parkplatz und ein Dachfenster wurde von Ziegeln, die sich gelöst hatten, zerstört. Die wurden mit Hilfe einer Drehleiter der Edinger Kollegen gesichert.

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