Oftersheim

Fehlen die starken Jungs?

Anette Zietsch über den geringen Frauenanteil bei uns im Landtag

Auf der Einladung zur Landesdelegiertenkonferenz der Frauen-Union sind neben dem Jubiläum „70 Jahre Frauen in der CDU“ noch zwei weitere Daten vermerkt, an die 2018 erinnert wird: „100 Jahre Frauenwahlrecht“ und „70 Jahre Gleichberechtigung im Grundgesetz“. Darauf können wir stolz sein.

Können wir das wirklich? Im politischen Alltag sind Frauen – insbesondere in Baden-Württemberg – noch immer eine Randerscheinung – obwohl bei vielen gesellschaftspolitischen Themen auch ihre Sichtweise gefragt sein müsste. Doch die Realität sieht anders aus: Von 143 Abgeordneten sind 35 weiblich – ein Anteil von 24,5 Prozent. Damit liegt das Ländle an letzter Stelle der 16 Bundesländer. Zum Vergleich: Spitzenreiter Thüringen bringt es auf 40,6 Prozent.

Die rote Laterne hat Baden-Württemberg übrigens auch beim Frauenanteil der CDU-Landesverbände mit 22,2 Prozent (Hamburg: 39,3 Prozent). Die Landeszentrale für politische Bildung erklärt diese Zahlen mit der fehlenden Landesliste unseres Wahlrechts. Das sollte in dieser Legislaturperiode ja geändert werden – die 43 CDU-Abgeordneten versagten ihre Zustimmung.

Ob das Wahlrecht der einzige Grund ist? Vielleicht fehlt es dem Ländle einfach an starken Jungs, die es aushalten, „der Mann an ihrer Seite“ zu sein und am Damenprogramm teilzunehmen.

 
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