Oftersheim

Geschäftsleben Uschi Haindl von Optik Lenk hält einen Vortrag über Visualtraining / Werden Bilder im Gehirn nicht exakt verschmolzen, können individuelle Übungen helfen

Funktionelle Störungen erkennen und behandeln

Oftersheim.Das Sehen ist ein sehr komplexer Vorgang. Die einzelnen Sehfunktionen müssen nach der Geburt in vielen Entwicklungsstufen Schritt für Schritt erlernt werden. In Deutschland wird bei fast allen Reihensehtests immer nur die Schärfe der Einzelaugen gemessen und bewertet. Funktionelle Störungen von beiden Augen bleiben in der Regel unerkannt.

Die Bilder von den Augen müssen im Gehirn verarbeitet werden. Dazu ist es wichtig, dass die vier Sehfunktionen gut zusammenarbeiten: Gleichmäßige Augenbewegung, Beidäugigkeit, Scharfstellen und Wahrnehmung. „Gelingt das nicht und die beiden Bilder werden im Gehirn nicht exakt verschmolzen, kann eine visuelle Wahrnehmungsstörung vorliegen“, erläutert Augenoptikmeisterin Uschi Haindl von Optik Lenk. Hier hat sich das Spezialgebiet der Augenoptik, die Funktionaloptometrie, entwickelt. In den USA ist die Funktionaloptometrie fester Bestandteil der universitären Ausbildung. In Deutschland wird sie von den Fachverbänden für Augenoptiker mit Meisterprüfung, staatlicher Prüfung oder Fachhochschulabschluss gelehrt.

Verstärkter Stress

Uschi Haindl hat die Fortbildung absolviert und bietet ab sofort Funktionaloptometrie und Visualtraining für Kinder und Erwachsene an. „Das Lesenlernen beginnt in einem Alter, in dem die Sehfähigkeit noch nicht voll ausgebildet ist. Defizite in der Sehentwicklung können deshalb in sehr kurzer Zeit massive Lese-Lern-Probleme erzeugen und den dabei entstehenden Stress verstärken“, erklärt sie. Für das Kind, das häufig kein Verständnis für seine schwache Leseleistung findet, gebe es nur eine Erkenntnis: „Lesen ist doof. Ich will nicht lesen.“ Fehlentwicklungen lassen sich durch ein gezieltes Visualtraining beeinflussen oder beheben, sagt Uschi Haindl. Zuerst muss in ausführlichen Messungen, Funktions- und Entwicklungstests die visuelle Wahrnehmung analysiert und bewertet werden. So ist es möglich, ein Bild von Umfang und Wirkung der Störung zu bekommen und ein Konzept für die optometrische Betreuung individuell zu erarbeiten.

Beim Visualtraining muss man bereit sein, über einen längeren Zeitraum von neun bis zwölf Monaten täglich etwa 15 Minuten zu üben. Nach der Auswertung der visuellen Analyse wird ein individueller Trainingsplan erstellt, der im Laufe des Trainings immer wieder an die Veränderungen angepasst wird. Diese Trainings werden in der Praxis gezeigt und gelernt, um sie zu Hause jeden Tag durchführen zu können. Alle zwei bis drei Wochen findet ein Kontrolltermin statt. Das sei wichtig, damit alte Defizite behoben und neue Fähigkeiten integriert und verankert werden, erklärt die Augenoptikmeisterin: „Alte Gewohnheiten sollen nicht wieder zum Vorschein kommen.“

Ein Vortrag von Uschi Haindl über Funktionaloptometrie und Visualtraining findet bei der Volkshochschule Schwetzingen am Donnerstag, 23. Januar, von 19.30 bis 21 Uhr statt. Die Kursgebühr (Kursnummer 30304) beträgt 8 Euro. Anmeldung bis Freitag, 17. Januar, unter Telefon 06202/2 09 50. Information bei Optik Lenk, Mannheimer Straße 42, Oftersheim, Telefon 06202/5 48 34. vw

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional