Oftersheim

Diebstahl Täter klettern über den Zaun und schrauben Gehörn eines Rehbocks vom Futterspender ab / Ärgerlich und sehr gefährlich

Geweih-Klau aus dem Wildgehege

Archivartikel

Oftersheim.Zu einem unfassbar gefährlichen Vorhaben haben sich Unbekannte vermutlich von Dienstag auf Mittwoch der vergangenen Woche (9. auf 10. Juni) hinreißen lassen, wie Ulrike Krause, die Vorsitzende des Förderkreises Wildgehege, jetzt mitteilte. Die Täter sind über den Zaun ins Wildschwein-Gehege geklettert und haben das Rehbock-Geweih am Futterspender geklaut.

„Normalerweise greifen ,Silvester’ und ,Werner’ Fremde an, die in ihr Revier eindringen“, macht Ulrike Krause deutlich, dass sich die Verursacher des Schadens angesichts des natürlichen Verhaltens der Wildschweine auf ein äußerst gefährliches Unterfangen eingelassen haben. Denn „Silvester“ und „Werner“ sind zwei ausgewachsene Keiler mit messerscharfen Hauern. Sie vermutet, dass die Rotte – unter Umständen mit Futter – abgelenkt wurden, ehe das Geweih abgeschraubt wurde. Deshalb geht man beim Förderkreis auch davon aus, dass es mehrere Eindringlinge waren. „Dieser Diebstahl ist sehr ärgerlich“, sagt die Vereinsvorsitzende – und diese Ansicht teilen alle, die ihr Engagement und das ihrer Mitstreiter schätzen. Denn es trägt dazu bei, dass es in der Hardtgemeinde über ein so tolles Ausflugsziel verfügt, das gerade zu Corona-Zeiten gerne genutzt wird – von Einheimischen wie Auswärtigen.

In Betracht gezogen wurde zunächst auch, dass das Geweih abgefallen sein könnte und die Tiere es im Eifer des Gefechts ins Erdreich eingetreten haben. Aber das kann man bei näherem Betrachten ausschließen: Alles wurde „sauber“ abgeschraubt. Beobachtungen zur Tat können gemeldet werden unter der E-Mail-Adresse: wildgehege-oftersheim@web.de

Sprachlos macht die Mitglieder des Förderkreises darüber hinaus auch das Verhalten jener Waldbesucher, die von den frisch eingepflanzten Bäumchen Zweige abreißen und an die Wildschweine verfüttern. Als man die Passanten darauf angesprochen hatte, kam die Antwort: „Die Wildschweine brauchen doch frisches Grün!“ Doch dafür, dass die Tiere kulinarisch bestens versorgt werden, ist Gehege-Betreuer Dieter Fackel zuständig. Der weiß, was Silvester, Werner und ihre Kumpels brauchen – und er liefert auch zuverlässig. Sonst steht nur noch der Futterautomat zur Verfügung, den die Spaziergänger gerne betätigen können.

Darüber hinaus tut es den jungen Bäumchen nicht gut, wenn die Blätter abgerissen werden. Schließlich sollen sie den stark vom Klima in Mitleidenschaft gezogenen Wald in einigen Jahren verstärken. Doch dazu wird es eben nicht kommen, wenn sie schon so früh geschädigt werden. az

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