Oftersheim

Evangelische Gemeinde In einem Gottesdienst wird der 16 Verstorbenen während der vergangenen Monate gedacht / Wegen der Corona-Pandemie bisher nicht möglich

Gott sammelt die Tränen und trocknet sie

Archivartikel

Oftersheim.Alles hat seine Zeit, jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. So wie das Geborenwerden seine Zeit hat, hat auch das Lachen seine Zeit und das Weinen seine Zeit. Ein alter Text aus der Bibel (Prediger 3) erinnert an das Werden und Vergehen, an die Wechsel in unserem Erleben der Zeit, schreibt die evangelische Gemeinde.

Seit März hat eine Pandemie ihre Zeit, die vielen Menschen viel abverlangt. Von Mitte März bis Mitte Mai wurden die kirchlichen Gottesdienste und Veranstaltungen ausgesetzt, auch in den Wochen danach hat noch kein Gedenken an die Verstorbenen in der Oftersheimer Christuskirche stattgefunden.

Um noch einmal alle Namen der Bestatteten zu nennen und für jeden und jede eine Kerze zu entzünden, hatte die Kirchengemeinde die Angehörigen der 16 in diesen Monaten Verstorbenen und Bestatteten eingeladen und auch die ortsansässigen Bestatter gebeten, am Sonntagnachmittag eine Andacht zum Verstorbenengedenken mitzugestalten.

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen – mit diesem Versprechen aus dem letzten Buch der Bibel (Offenbarung 21) eröffneten Pfarrer Tobias Habicht und Pfarrerin Sibylle Rolf den Gottesdienst. Es gibt eine Zeit, in der Tränen geweint werden müssen, weil das Leben Menschen Schmerzhaftes zumutet wie den Verlust eines geliebten Menschen. Gott sieht und sammelt diese Tränen und wird sie am Ende abwischen und trocknen – eine tröstliche Zusage, so die beiden Pfarrer.

Für jeden eine Kerze entzündet

Die anrührende Musik von Wolfgang Grosch (Violine), Ellen Dietrich (Violoncello) und Rainer Ruhland (Orgel) und die von den Bestattern Peter Straub, Erich Gaa und Michael Höhn szenisch gelesenen alten Worte aus der Bibel, nach denen alles seine Zeit hat (Prediger 3), vermochten es ebenso wie das Verlesen aller Namen der Verstorbenen und die Kerzen, die von Alexander Klein für jede Person entzündet wurden, zu Tränen zu rühren und den Schmerz wohltuend aufzunehmen.

Dass das Leben mit seinem Wechsel von Werden und Vergehen in Gottes Ewigkeit und Liebe umfangen und gehalten wird, sprachen Tobias Habicht und Sibylle Rolf den Trauernden zu. In diesen Zeiten der Pandemie eine wohltuende und tröstende Botschaft. „Auch dass unter geltendem Schutzkonzept Gemeinschaft wieder möglich ist, die monatelang ausgesetzt war und jetzt nachgeholt werden konnte – all das hat gut getan“, findet Pfarrerin Sibylle Rolf. Alles hat seine Zeit. zg

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