Oftersheim

Klasse Kids Die Ältesten an der Friedrich-Ebert-Grundschule beteiligen sich am Zeitungsprojekt / An den spannenden Fragen spürt man das Interesse / Unterstützung durch engagierte Assistenten

„Haben Sie schon mal ein Geheimnis erfahren?“

Archivartikel

Oftersheim.Gleich alle drei vierten Klassen der Friedrich-Ebert-Grundschule beschäftigen sich zurzeit parallel im Unterricht mit dem Medienprojekt „Klasse Kids“. Mein Besuch als Redakteurin ist ein Teil davon. Während des Projektzeitraums bekommt jeder Schüler täglich eine eigene Ausgabe der Schwetzinger Zeitung. Im Unterricht mit den Klassenlehrerinnen Ulrike Lenz (4a), Sandra Rivas (4b) und Jeannette Triquart (4c) wird dann der Aufbau eines Printmediums besprochen, die verschiedenen Arten von Textbeiträgen und vieles mehr.

Und weil sich die drei Klassen parallel mit dem Projekt beschäftigen, hat mein Besuch an einem Vormittag stattgefunden. Ich habe mir tatkräftige Unterstützung mitgenommen: Unsere engagierte Praktikantin Catharina Zelt hat „Klasse Kids“ vor rund zehn Jahren an einer Brühler Grundschule sozusagen von der anderen Seite aus kennengelernt. Sie berichtete auf Nachfrage der Mädchen und Jungen von ihren Erfahrungen als angehende Journalistin. „Ich habe mich einfach mal bei der Zeitung erkundigt, ob ich während der Schulzeit ab und zu Artikel schreiben darf“, erzählte sie, dass man erste Erfahrungen in dem Beruf auch schon – wie bei ihr – mit 16 Jahren sammeln kann.

Und wir beide, Catharina und ich, hatten noch mehr Hilfe am Freitagvormittag, ohne die wir diesen Artikel nur sehr schwer bewältigt hätten: Drei Assistenten aus jeder Klasse haben sich sofort freiwillig gemeldet und mitgeschrieben. An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an Johannes, Mertcan und Maja von der 4a, Bennit, Alen und Paulina (4b) sowie Nina, Bora und Bodo (4c), die uns sehr unterstützt haben.

Nachdem uns die aufgeweckten Schüler zu Beginn der jeweiligen Stunden erzählt hatten, was sie bereits wissen – in welche Ressorts eine Zeitung eingeteilt ist, dass der sogenannte Aufmacher der wichtigste Beitrag auf einer Seite ist, dass freitags noch ein Immobilienteil beiliegt – war uns klar: Bei dem Wissensstand können wir uns auf einiges gefasst machen bei den Fragen der jungen Leser! Und tatsächlich – Nico erwischte uns gleich auf dem falschen Fuß: „Wie lang ist eine Papierrolle?“, wollte er wissen. Wir konnten’s nicht gleich beantworten, haben aber nachgeschaut. Eine Rolle ist 28 Kilometer lang, das ist fast so lang wie die Strecke zwischen Oftersheim und Mannheim – und zurück. Und eine Rolle wiegt 1,7 Tonnen – so viel wie ein kleiner Elefant!

Auch Carla interessierte sich für die technische Seite: „Wie groß ist eine Druckermaschine?“ Wir können dir sagen (nachdem wir nachgeschaut haben): Sie wiegt so viel wie 435 Nilpferde.

Da erkennt man den Profi

Weil zum Redakteursberuf auch eine Menge Kreativität gehört, durfte sich die 4c im Unterricht ein Bild aussuchen und eine eigene Unterschrift ausdenken. Da erkennt man eben die Profis!

In der 4b waren die Kinder aufgerufen, sich eine Überschrift auszudenken, die sie gerne über sich in der Zeitung lesen würden. Heraus kam dabei zum Beispiel „Paulina die Lebensretterin“, „Ali knockt den Gegner in der ersten Minute aus“, „Thomas hält den entscheidenden Elfmeter“, „Nick wirft das Finaltor im Handball“ oder „Michelle belegt den ersten Platz im Turnen“. Überhaupt haben wir festgestellt, dass viele Mädchen und Jungen sehr sportbegeistert sind und gerne noch mehr darüber in der Zeitung lesen möchten, insbesondere von den Handball- und Fußballmannschaften, in denen sie aktiv sind.

Wie ihre Schüler, so gab sich auch Klassenlehrerin Sandra Rivas als Sportfan zu erkennen: „Haben Sie den Adler-Torwart nach dem Gewinn der Eishockey-Meisterschaft interviewt?“ Das musste ich leider verneinen. Obwohl – Spaß gemacht hätte es mir bestimmt auch.

Ganz besonders aufmerksam und sorgfältig – Eigenschaften, die in unserem Beruf ebenfalls von Vorteil sind – hat die 4a die Seiten durchforstet. Und so ist Josefine aufgefallen, dass – meistens im ersten Teil der Zeitung oder auch im Sport – am Ende des Textes das Kürzel „dpa“ steht. „Was bedeutet das?“, wollte sie wissen. Das steht für „Deutsche Presse-Agentur“, eine der weltweit tätigen Mediendienstleister, die Mitarbeiter auf der ganzen Welt hat. Deshalb müssen wir Lokaljournalisten auch nicht ganz so häufig und so weit rumreisen. Das wollte Friederike wissen.

Furkan wurde ganz direkt: „Lügt ihr auch manchmal oder seid ihr immer ehrlich?“ Das ist wie im richtigen Leben. Wer wissentlich lügt, dem schenkt man irgendwann kein Vertrauen mehr. Und das ist schlecht für eine Zeitung. Aber Fehler, die passieren immer mal. Und immer dort, wo auch Menschen arbeiten. „Bekommen Sie dann auch Ärger?“, wollte Nils wissen. Sicher. Vor allem ärgern wir uns selbst darüber. Aber natürlich machen uns auch die Leser darauf aufmerksam. Dann korrigieren wir das. Und grundsätzlich dürfen wir – das war die Frage von Emma – über alle Themen schreiben. Das sollten wir auch tun.

Stillschweigen gehört zum Beruf

Paulina wurde investigativ: „Haben Sie schon einmal ein Geheimnis von einer wichtigen Personen erfahren?“ Nachdem ich die Frage bejaht habe, hakte sie nach: „Welches?“ Klar, probieren kann man’s mal. Aber wäre es dann noch ein Geheimnis? Auch Stillschweigen gehört in manchen Situationen zum Beruf. Schön war am Ende zu hören, dass das Projekt „Klasse Kids“ sehr viel Spaß macht.

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