Oftersheim

Kinderbibeltag Im Mittelpunkt steht Jakob aus dem Alten Testament / An Spielstationen und beim Basteln lernen junge Besucher viel über Zusammenhalt in der Familie

Hannah würde ihren Bruder nie übers Ohr hauen

Archivartikel

Oftersheim.Ein Format, das sich bewährt: Zweimal im Jahr findet der beliebte Kinderbibeltag im evangelischen Gemeindezentrum statt. Und auch dieses Mal kamen rund 60 Kinder zum Spielen und Basteln mit kirchlicher Thematik. „Wir suchen für jeden Kinderbibeltag ein bestimmtes Motto und eine biblische Figur aus“, erklärt die Gemeindepfarrerin Sibylle Rolf, die die Kinderbibeltage organisiert und leitet.

Jakob aus dem Alten Testament, Sohn Isaacs und Enkel Abrahams, ist dieses Mal die biblische Figur; seine Geschichte erzählten Sibylle Rolf und ihre Helfer nach und nach über den Tag verteilt. Vormittags konnten sich die Kinder, hauptsächlich Grundschüler, bei goldenem Herbstwetter an den verschiedenen Spielestationen austoben – diese stellten einen ersten Bezug zur Geschichte Jakobs her.

„Mir hat die Blindenführung am meisten Spaß gemacht“, erzählt die neunjährige Hannah. „Eigentlich läuft dabei einer vorne und der Hintere hat die Augen zu und lässt sich führen – aber meine Freundinnen und ich haben das auch zu fünft geschafft“, meint sie stolz. Die Blindenführung spielte auf Jakobs erblindeten Vater Isaak an.

Ein Fluss voller Piranhas

Bei einem weiteren Spiel musste ein Fluss, in dem sich Piranhas tummelten, gemeinsam überquert werden. Als Mittagessen gab es ein Linsengericht, mit eben diesem auch Jakob in der Geschichte seinem älteren Zwillingsbruder Esau das Erstgeburtsrecht abkaufte. „Ich würde meinen Bruder nicht einfach übers Ohr hauen“, sagt Hannah empört.

Konflikte und Zusammenhalt in der Familie – das geht mit Jakobs Geschichte einher. Dazu überlegten sich die Organisatoren ein Theaterstück, das sie in der Kirche aufführten. Sibylle Rolf war dabei die Erzählerin, ihre Helfer schlüpften in die Rollen Jakobs und seiner Familie.

Und auch eine Prise Witz durfte nicht fehlen: „Was ist Segen?“ wurde in einem Sketch zunächst mit „Wenn man ein Brett kürzer macht“ beantwortet, anschließend gab die nächste Szene des Theaterstücks auf sachliche Weise Aufschluss.

Zum Abschluss sangen Kinder wie Helfer gemeinsam „Gottes guter Segen ist wie ein großes Zelt“ – und dann ging es zurück ins Gemeindezentrum, wo verschiedene Bastelaktionen warteten. Es wurden Freundschaftsbänder geknüpft, Jakobs Schafe aus Wattebäuschchen gebastelt und Linsensamen eingetopft.

Mit großem Spaß dabei

Mit Spaß bei der Sache waren nicht nur Kinder, sondern auch die Helfer: „Wir holen uns auch gleich einen Blumentopf und machen mit“, sagt die 13-jährige Marie, nachdem sie mit Marika (13) und Noah (13) dafür gesorgt hat, dass alle einen Platz haben und mit den nötigen Bastelutensilien ausgestattet sind.

„Es ist schön, dass kleine und größere Kinder immer noch dieses Interesse am Kinderbibeltag haben“, fügt Marika hinzu. Seit September sind sie Konfirmandenschüler, im kommenden Jahr werden sie konfirmiert.

Dass Jahr für Jahr so viele Kinder Lust auf den Bibeltag haben, liegt zum einen daran, dass Sibylle Rolf als Religionslehrerin an der Friedrich-Ebert-Schule regelmäßig davon erzählt. Zum anderen werben die Kinder auch untereinander dafür – die neunjährige Marleen wurde von ihren Freundinnen Laura, Lina, Leana und Hannah dazu überzeugt, sie dieses Mal zu begleiten: „Und ich komme nächstes Mal wieder!“, sagt Marleen bestimmt.

Spielerisch den Bezug zu biblischen Themen herstellen, die jedoch auch aktuellen Bezug haben – das ist das Ziel, das Sibylle Rolf und ihre Helfer an jedem Kinderbibeltag verfolgen. Mit Erfolg.

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