Oftersheim

Christuskirche Detlev Helmer und Christian Schaefer leiten Paulus-Oratorium / Mammutprojekt mit 110 Sängern, vier Solisten und Kantatenorchester begeistert

Imposantes Erlebnis bleibt unvergessen

Archivartikel

Oftersheim.Die Aufführung des Paulus-Oratoriums von Felix Mendelssohn Bartholdy war eine Veranstaltung des evangelischen Kirchenbezirks Südliche Kurpfalz anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation. Der Kirchenbezirk umfasst eine Reihe von Gemeinden, und so war es nicht verwunderlich, dass nicht nur Oftersheimer Bürger im Kirchenraum der örtlichen evangelischen Kirche saßen, sondern auch viele aus dem Umland.

Nicht nur der Altarraum platzte mit seinen über 100 Sängerinnen und Sängern aus allen Nähten. Gleiches muss man vom Kirchenschiff sagen, das man um einige Stuhlreihen hatte erweitern müssen. Das Paulus-Oratorium erzählt - nach Bibeltexten verfasst - Episoden aus dem Leben von Paulus und seinem steinigen Weg, ein Christ zu sein.

Die Aufführungsdauer dieses Oratoriums muss als eine Mammutaufgabe zu sehen sein, der sich die Evangelische Kantorei Wiesloch, das Schwetzinger Vokalensemble und das Heidelberger Kantatenorchester stellten. Stefan Geyer (Bass), Angelika Reinhard (Sopran), Astrid Bohm (Mezzosopran) und Martin Steffan (Tenor) hatte man für die Solo-Arien und Rezitative gewinnen können. Die Rolle des "Paulus" fiel dabei Stefan Geyer zu, dessen leicht geführter Bass machte ihn zu einem überzeugenden, ausdrucksstarken Apostel.

Nach einer beinahe romantischen Ouvertüre des Kantatenorchesters unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Christian Schaefer, bot der Chor - bestehend aus den Kantoreien aus Wiesloch (Leiter: Christian Schaefer) und Schwetzingen (geleitet von Kirchenmusikdirektor Detlev Helmer) - einen großartigen ersten Choreinsatz. In der Abfolge von Chorälen und Chören war eine unglaublich schön klingende Harmonie der Stimmen zu hören, die nicht nur den Sängerinnen und Sängern zu verdanken war, sondern auch ein Verdienst der Chorleiter, die diese große Zahl - sie war mit 110 angegeben - zu so einem nuancenreichen Ganzen zusammenfügten. Von andächtig, betend, hoffnungsvoll, von tiefer Gläubigkeit geprägt oder zweifelnd bis zur kraftvollen Verkündung und dem Aufbegehren des Volkes war es ein wahres Hörerlebnis.

Die Rezitative des reinen, Höhen sicheren Soprans von Angelika Reinhard wurden zu einer sowohl feinfühligen als auch dramatischen Erzählung. Stilsicher, klar und nuancenreich präsentierte der Tenor Martin Steffan die Aussage starken Texte der Rezitative. Ein Rezitativ und das "Arioso" ließ den einfühlsamen Mezzosopran von Astrid Bohm hören. Schon zur Pause gab es begeistertem Applaus.

Bogen zu verheißungsvoller Kraft

Den zweiten Teil dirigierte nun Detlev Helmer, der mit Chor und Orchester, und zunächst gedämpftem Klang, den Bogen zu verheißungsvoller Kraft schlug.

Das Kantatenorchester mit seinem feinen Gespür für Akzente machte das Oratorium zu einem großartigen Ganzen. Dieser mehr als würdige Beitrag zum Reformationsjubiläum wurde vom Publikum mit viel Beifall bedacht.

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