Oftersheim

Jetzt wird geklingelt

Archivartikel

Caspar Oesterreich ist „im Tunnel“ nicht erreichbar

Wenn ich „im Tunnel“ bin, habe ich keinen Empfang. Denn dann richte ich meine Konzentration auf genau eine Sache. Nur die Aufgabe, an der ich arbeite, das Buch, das ich in diesem Moment lese oder die Radio-Sendung, die gerade aus den Lautsprechern zu hören ist, interessiert mich dann und zieht zu 100 Prozent meinen Fokus auf sich. Die Außenwelt ist weit weg, scheint wie ausgeblendet. Das fleißige, laute Tippen meiner Kollegen nehme ich nicht wahr, wenn ich tief versunken zwischen den Zeilen an der schönsten Formulierung feile. Das hat natürlich den großen Vorteil, dass ich mich selten von etwas ablenken lasse. Niest aber dann zum Beispiel jemand, muss derjenige meist vergeblich auf meinen Genesungswunsch warten.

Meine Kollegen haben das längst mitbekommen und wissen, dass sie mich direkt ansprechen müssen, wenn ich mal wieder ganz nah vor dem Bildschirm sitze und konzentriert fast in den Monitor krieche.

Aber hin und wieder bleibt sogar die Frage „Caspar, hörst du mich?“ unbeantwortet. Meine zwei Kolleginnen witzelten deshalb vergangene Woche, dass sie mich am besten am Telefon anklingeln sollten, denn das bekomme ich ja immer mit. Eine gute Idee, befand ich und sorgte gestern für erneutes Schmunzeln. Jetzt steht in der Mitte ihrer aneinandergeschobenen Schreibtische eine silberne Klingel, wie man sie aus Hotels kennt.

 
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