Oftersheim

Integration Bilanz zur Flüchtlingssituation / 62 Prozent der rund 180 Geflüchteten werden von der Gemeinde untergebracht / Sprachkurse als Grundlage

Jugendliche werden auf Arbeit und Beruf vorbereitet

Archivartikel

Oftersheim.Im Laufe des Jahres hat sich in der Gemeinde hinsichtlich der Unterbringung und Integration von Geflüchteten viel getan, heißt es in einer Pressemitteilung der Verwaltung, die über die aktuelle Situation informieren möchte.

Seit 2016 wurde das ehemalige Gasthaus „Goldener Hirsch“ vom Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises (RNK) als sogenannte Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber genutzt. Im August zogen die letzten Bewohner aus. Somit wurde die Nutzung für die Unterbringung von Geflüchteten eingestellt. Im Zuge dessen verhandelte die Gemeinde mit dem Kreis über die Übernahme des ehemaligen Gasthauses, sprach sich jedoch dagegen aus, so dass der Kreis das Gebäude zum Ende des vergangen Jahres an den Vermieter zurückgab.

Geflüchtete, deren Asylantrag positiv beschieden wurde, sowie Asylbewerber, die bereits über 24 Monate in den Gemeinschaftsunterkünften wohnen, verlassen die vorläufige Unterbringung des RNK und ziehen zur Anschlussunterbringung in die Kreiskommunen um. Die gleichmäßige Zuteilung der Geflüchteten in die kreisangehörigen Kommunen erfolgt dabei durch das Landratsamt. Zusätzlich nehmen die Kommunen nachziehende Familienmitglieder von bereits vor Ort lebenden Geflüchteten auf.

Wohnraum selbst gemietet

Die Geflüchteten konnten bisher dezentral in Gemeinde- und Mietwohnungen untergebracht werden oder fanden selbstständig Wohnraum. Insgesamt lebten zum Ende des Jahres rund 180 geflüchtete Menschen in Oftersheim. 62 Prozent davon wurden durch die Gemeinde untergebracht. Die restlichen 38 Prozent wiederum haben auf dem privaten Wohnungsmarkt Wohnraum angemietet.

Aufgrund des großen Bedarfs an weiterem Wohnraum wurde zusätzlich im Laufe des Jahres ein Neubau mit insgesamt zwölf Wohnungen fertiggestellt. Die Hälfte der Wohnungen soll ab dem nächsten Jahr für die kommunale Anschlussunterbringung genutzt werden, so dass hier insgesamt 27 Geflüchtete aufgenommen werden können. Die anderen sechs Wohnungen werden dem sozialen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen.

In Oftersheim gibt es Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter, Familien mit jugendlichen Kindern sowie alleinstehende Frauen und Männer unterschiedlichen Alters. Insgesamt sind 33 Prozent aller Geflüchteten in der Hardtgemeinde minderjährig. Bei den Erwachsenen wiederum sind zwei Drittel männlich und ein Drittel weiblich. Die Mehrheit der Geflüchteten stammt aus Syrien, aber einige kommen auch aus dem Irak, Pakistan, Afghanistan, dem Iran und anderen Ländern.

Da die deutsche Sprache Grundvoraussetzung für Integration ist, besuchen die meisten Geflüchteten Sprachkurse. Mittlerweile haben einige von ihnen diese abgeschlossen und befinden sich in Arbeitsverhältnissen oder in Ausbildung.

Geflüchtete Kinder werden schnellstmöglich in die Regelschulen vermittelt. Dort lernen sie in sogenannten Vorbereitungsklassen zusätzlich intensiv die deutsche Sprache. Für jugendliche Geflüchtete besteht außerdem die Möglichkeit, das „Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf“ mit dem Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen zu absolvieren.

Asylkreis unterstützt beim Lernen

Unterstützt werden die Neuzugezogenen durch den Asylkreis. Die rund 50 Ehrenamtlichen stehen ihnen beim Ankommen beiseite, organisieren Freizeitangebote und unterstützen Kinder und Erwachsene bei den Hausaufgaben sowie beim Deutschlernen.

Für alle Flüchtlings- und Integrationsangelegenheiten ist das Integrationsbüro im Rathaus die Erstanlaufstelle. Hier gibt es auch die Integrationsbroschüre, die Neuzugezogenen als Wegweiser zum Ankommen dienen soll.

Als zentrale Anlauf-, Beratungs- und Koordinierungsstelle steht die Integrationsbeauftragte Maria Theresia Tzschoppe zur Verfügung. Neu hinzugekommen ist außerdem der Bereich Integrationsmanagement, der durch Mittel des Landes Baden-Württemberg finanziert wird. Hier kooperiert die Gemeindeverwaltung mit dem Trägerverbund Caritas/Diakonie Rhein-Neckar-Kreis. Die Integrationsmanagerin Elena Kuchuganova hat im September ihren Dienst angetreten. Sie ist ausschließlich für das einzelne Fallmanagement und somit für die soziale Beratung und Begleitung der Geflüchteten zuständig.

Da der Rhein-Neckar-Kreis Oftersheim weitere Personen für die Anschlussunterbringung zuweisen wird, wächst der Bedarf an Ehrenamtlichen, die diese Menschen in den ersten Monaten begleiten und ihnen helfen. zg

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