Oftersheim

Heimat- und Kulturkreis Teilnehmer lernen beim Ferienprogramm Historie Oftersheims kennen / Rathausbrunnen und alter Kirchhof sind Stationen

Kinder erleben Geschichte der Gemeinde hautnah

Oftersheim.„Kennt Ihr Oftersheim?“ Unter diesem Motto hatte sich der Heimat- und Kulturkreis nach mehreren Jahren wieder am örtlichen Ferienprogramm beteiligt. Im Gegensatz zu den früheren Angeboten sollten sich die Kinder dieses Mal allerdings nicht nur innerhalb der Mauern des Museums aufhalten, sondern ihre Wohngemeinde und vor allem deren Geschichte „hautnah“ – quasi direkt am Objekt – erleben.

Weil die Anmelde- und Warteliste schon im Vorfeld schnell belegt war, begrüßte Hans-Peter Sturm vom Gemeindemuseum am Tag des Ferienprogramms neben den Vorstandsmitgliedern Gerhard Frei, Helmut Spieß und Wolfgang Deinert auch eine ansehnliche Gruppe „Jung-Ofdascher“ im Museumshof.

Die große Hitze an jenem Nachmittag machte dem ursprünglich geplanten Rundgang innerhalb des alten Ortes leider einen Strich durch die Rechnung, doch auch die abgespeckte Version weckte großes Interesse bei den Kindern, die sich kurz darauf am Rathausbrunnen mit den beiden Glocken einfanden. Wo kommen die eigentlich her und welchem Zweck dienten sie? Ein munteres Frage-Antwort-Spiel begann sogleich und anhand der mitgeführten historischen Fotos erfuhren die Teilnehmer auch, wie die Oftersheimer Ortsmitte früher einmal aussah.

Früher nur ein schmales „Gessl“

Ungläubiges Staunen setzte beispielsweise darüber ein, dass die heutige Eichendorffstraße im Bereich der Bushaltestellen noch in den 1960er-Jahren nur ein schmales „Gessl“ war oder dass die Christuskirche einen barocken Vorgängerbau hatte, auf dessen Standort im Vorplatzgelände der Kirche nichts hindeutet. Und was stellt denn das großflächige Sgraffito über dem Haupteingang dar? Was sicher auch viele Erwachsene nicht wissen, wurde bei dieser Gelegenheit ebenfalls geklärt: Christus erlöst einen blinden Mann, der ihn darum bittet, von seinem Leiden.

Dass im Schatten der Kirche die beiden ältesten Grabsteine in Oftersheim aus dem 18. Jahrhundert platziert sind neben dem von Peter Gieser – Stichwort „Kindergarten“ – dürfte den Kindern ebenfalls neu gewesen sein.

Das Thema wurde beim Gang über den alten Kirchhof noch weiter erläutert – anhand der dort noch erhaltenen Grabdenkmäler und einiger Geschichten, die sich dahinter verbergen, sowie der Kirchhofsmauer, welche die heutige Parkanlage teilweise umfängt. Schnell war die vorgesehene Stunde verflogen, in der ganz offensichtlich keine Langeweile dank der gewonnenen Eindrücke aufgekommen war.

Zum Abschluss gibt’s Eis

Im Gegenteil, die muntere Schar verweilte zum Abschluss gerne noch in den kühlenden Mauern der Scheune im Dorfgemeinschaftshaus Nummer 59 bei erfrischenden Getränken und einem leckeren Eis, gespendet vom gastgebenden Verein. Das Fazit an jenem Nachmittag: Auch Kinder und Jugendliche interessieren sich mitunter durchaus für die Geschichte der Hardtgemeinde, wenn man ein entsprechendes Angebot bereithält.

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