Oftersheim

Evangelische Gemeinde Sorgen vor Angst und Krankheit – wem vertraue ich mich an?

Kirche in und mit Corona gehört Gott

Archivartikel

Oftersheim.Wem gehörst du eigentlich? So einfach die Frage klingt, so viel steckt für mich darin. Gehöre ich mir selbst? Meinen Eltern? Meinen Schwiegereltern? Meinen Kindern, meinem Partner? Gar meinem Chef? Oder meinen Sorgen, meinen Befürchtungen und dem, wovor ich Angst habe? In diesen Corona-Monaten habe ich an manchen Tagen gespürt, dass meine Sorge vor der ungewissen Zukunft, meine Angst vor der Krankheit und davor, die Kontrolle abzugeben oder auch mein Schmerz, dass wir im Moment auf so viel verzichten müssen, viel Macht über mich haben.

Für mich ist es eine wichtige Frage: Wem gehöre ich? Wem vertraue ich mich an? Wem räume ich einen Platz in meinem Leben ein? Es ist für mich ein großer Wert, mich als selbstwirksam zu erleben, nicht zu re-agieren, sondern zu agieren, zu handeln. Das Virus stellt meine Selbstwirksamkeit immer wieder in Frage. Gehöre ich Corona?

Erinnerung an die Taufe

Am Sonntag haben wir den sechsten Sonntag nach Trinitatis gefeiert. Traditionell ist das der Sonntag, an dem wir an unsere Taufe erinnert werden. An manchen dieser Sonntage haben wir in den vergangenen Jahren schon unseren Tauferinnerungsgottesdienst in Oftersheim gefeiert. In der Erinnerung an meine Taufe steckt die Frage drin: Wem gehöre ich eigentlich? Denn an diesem Sonntag sagt Gott zu mir und zu uns allen: Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du gehörst zu mir (Jesaja 43,1).

Mit meiner Taufe gehöre ich zu Gott. Gott schließt sich mit mir zusammen. Martin Luther soll auf seinen Schreibtisch geschrieben haben: „Ich bin getauft – baptizatus sum.“ Das hat ihm in so manchen Anfechtungen geholfen. Wir werfen heute nicht mehr mit dem Tintenfass nach dem Teufel – aber auch für mich steckt im „Ich bin getauft – ich gehöre Gott“ ein Trost und eine Befreiung. Ich gehöre Gott, nicht meinen Eltern oder Schwiegereltern oder Vorgesetzten. Ich gehöre nicht meinen Ängsten, meinen Sorgen oder meiner Schuld. Nicht dem Coronavirus. Noch nicht einmal dem Tod. Das alles ist vorläufig und wird einmal enden.

Sondern ich gehöre Gott, der mich geschaffen hat, mich liebt, mich begleitet und mir das Leben schenkt, in allem, selbst im Tod. Tobias Habicht hat uns im Gottesdienst am Sonntag daran erinnert. „Weil er (Gott) uns liebt . . .“ – das ist die Überschrift über mein Leben seit meiner Taufe. Wenn ich Gott gehöre und nicht den anderen, die ihre Ansprüche an mich anmelden, so rückt das in diesen Wochen und Monaten meine Perspektive zurecht. Dafür bin ich dankbar, und das gibt mir Mut und Kraft weiterzugehen, Schritt für Schritt – auch in einer Welt in und mit Corona. Kirche in und mit Corona gehört Gott.

Und wie sie sich gestaltet und feiert (ganz anders als gewohnt), haben wir schon häufig berichtet und geteilt. Unsere analogen Gottesdienste in der Christuskirche sind inzwischen wieder recht gut besucht, was uns sehr freut.

Digitale Angebote

Digitale Gottesdienste und Angebote für Menschen jeden Alters finden Sie auf www.ekiba.de/kirchebegleitet. Unsere Kirche ist nach wie vor täglich geöffnet und montags, mittwochs sowie freitags ist von 12 bis 12.30 Uhr eine hauptamtliche Person vor Ort.

Aus dem Pfarramt sende ich Ihnen herzliche Grüße, auch von Pfarrer Tobias Habicht und Vikarin Sophia Leppert, verbunden mit dem Wunsch, dass Sie sich geborgen fühlen bei dem Gedanken, dass Sie zu Gott gehören und in seiner Liebe aufgehoben sind. Bleiben Sie gesund und behütet!

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional