Oftersheim

Leben findet „da draußen“ statt

Archivartikel

Mit den Schulschließungen im Frühjahr und den Einschränkungen danach ist in der öffentlichen Diskussion das Thema Digitalisierung in den Fokus gerückt. Die Kassandrarufe sind laut: Deutschland werde im internationalen Vergleich abgehängt, der Unterricht müsse viel stärker über Computer laufen, die Zukunft sei ohnehin komplett digital.

Die Forderungen nach einer zeitgemäßen Herangehensweise sind berechtigt: Noch immer gibt es Behörden in unserem Land, die unter Digitalisierung das Einscannen von zuvor per Post versendeten Schreiben verstehen. Und in Ausnahmesituationen, wenn kein Präsenzunterricht an Schulen möglich ist, muss es digitale Möglichkeiten geben.

Doch die Grenzen dieser Lernmethoden sind offensichtlich. Schule dient – gerade in den ersten Jahren – als Ort, an dem das soziale Miteinander erlernt wird. Gemeinsame Erlebnisse, auch außerhalb des eigentlichen Unterrichts, sind dafür wichtig. Gerade Kinder aus sozial schwachen Familien profitieren davon. Die Digitalisierung ist also kein Allheilmittel, das irgendwann den analogen Unterricht ersetzen könnte: Es kann ihn nur ergänzen. Gerade junge Menschen brauchen mehr als einen Bildschirm, um zu lernen – das Leben findet eben immer noch „da draußen“ statt.

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