Oftersheim

Rose-Saal Karsten Brensing liest aus seinem Buch „Die Sprache der Tiere“ / Eine von ihm gegründete Initiative setzt sich für Persönlichkeitsrechte für Tiere ein

Meisen reden in Sätzen und Delfine haben eine komplizierte Grammatik

Oftersheim.Mit Tieren sprechen: Geht das? Ist es wirklich möglich, die uralte Menschheitssehnsucht, dass Mensch und Tier einander verstehen, zu verwirklichen? Karsten Brensing kennt die Antwort – und gibt sie am Samstag, 7. März, um 19.30 Uhr im Rose-Saal bei seinem Vortrag, der mit einer Lesung seines Buches „Die Sprache der Tiere“ verbunden ist.

Seit wir wissen, dass Meisen in Sätzen reden, Delfine eine komplizierte Grammatik sicher anwenden können und manche Tierarten 300 und mehr Vokabeln beherrschen, erscheint fast alles möglich. Brensings Buch entführt in das breite Spektrum des menschlichen Umgangs mit Tieren. Anhand unzähliger Beispiele erleben wir tierisches als auch menschliches Verhalten und Kommunizieren. Dr. Karsten Brensing ist ein deutscher Meeresbiologe, Verhaltensforscher und Autor, der sich als wissenschaftlicher Gutachter und Verfasser von populärwissenschaftlichen Büchern für ein besseres Verständnis von Tieren einsetzt.

Zu viel Fernsehen geschaut

Die von ihm gegründete Individual Rights Initiative (IRI) setzt sich dafür ein, dass Tiere Persönlichkeitsrechte erhalten. Sein letztes Buch „Das Mysterium der Tiere. Was sie denken, was sie fühlen“ wurde ein Bestseller.

Über seinen Werdegang berichtet Karsten Brensing, der 1967 in Erfurt geboren wurde, Folgendes: „Als Kind habe ich zu viel Fernsehen geguckt und war großer Fan von Flipper. Es war somit nur konsequent, Meeresbiologe zu werden. Leider war das für mich als Staatsbürger der DDR nicht möglich.“ Als er diese im Juni 1989 mit seiner heutigen Frau verlassen hatte, studierte er in Göttingen Biologie und später in Kiel Meeresbiologie, wurde Forschungstaucher und nutzte außerdem die Semesterpausen für ausgedehnte Reisen.

„Nach meinem Studium bemerkte ich, dass man als Delfinforscher Verhaltensbiologe und nicht Meeresbiologe sein muss“, erzählt er weiter. Der Verhaltensbiologe Professor Todt von der Freien Universität Berlin gab ihm dennoch die Möglichkeit, bei ihm zu promovieren. „Dann lernte ich eine weitere Lektion meines Lebens: Ich erforschte die Delfintherapie in Florida und Israel und musste aus meinen eigenen Daten erfahren, dass Delfine gar nicht gerne mit uns kuscheln und auch nicht gerne in unserer Obhut leben“, schildert er seine Erfahrungen. Und so wurde er vom Delfinforscher zum Delfinschützer und arbeitete zehn Jahre als wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC.

Neben seinem Buch „Die Sprache der Tiere“, aus dem er in Oftersheim vorliest, hat er außerdem die Werke „Haben Tiere Rechte?“, „Wie Tiere denken und fühlen“, „Das Mysterium der Tiere“ und „Persönlichkeitsrechte für Tiere“ veröffentlicht. az/zg

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional