Oftersheim

Plankstadter Straße Neubau des Mehrfamilienhauses geht voran / Fördergelder gibt’s nur, wenn ausschließlich Flüchtlinge einziehen / Erschwerte Integration befürchtet

Mieterfrage nach wie vor ungeklärt

Oftersheim.So langwierig und kontrovers die Diskussionen über den Neubau des dreistöckigen Mehrfamilienhauses in der Plankstadter Straße 2 waren und noch sind, so schnell geht’s jetzt mit der Gebäudefertigstellung voran.

Nach der Auftragsvergabe des Gemeinderats im November des vergangenen Jahres an die Firma Weisenburger Bau mit Sitz in Rastatt konnte der erste Spatenstich für das rund 1,5 Millionen Euro teure Projekt Ende Januar erfolgen.

Nun, vier Monate später, nimmt das Gebäude hinter dem Gerüst immer deutlichere Konturen an. Die Außenmauern sind hochgezogen. Die Fassade strahlt leuchtend in Weiß, abgesetzt mit mintgrünen Farbelementen. Nach und nach geht es an den Innenausbau. Vertraglich vereinbart ist ja, dass das Mehrfamilienhaus Ende des Jahres fertiggestellt sein wird. Der Termin sollte – nach derzeitigem Stand der Dinge – auch nicht in Gefahr sein.

Kostengünstiger Wohnraum

So weit, so gut. Weniger klar allerdings ist, wer künftig dort einziehen wird. Ziel des Neubaus ist die Schaffung von kostengünstigem Wohnraum in der Gemeinde. Übereinstimmend ist es der Wunsch von Verwaltung und Gemeinderat, dass sowohl sozial schwache Menschen als auch Flüchtlinge im Kontext der kommunalen Anschlussunterbringung einziehen sollen.

Wird jedoch diese sogenannte gemischte Nutzung realisiert, gibt es kein Geld vom Land. Dessen Förderprogramme sind daran geknüpft, dass ausschließlich Geflüchtete dort untergebracht werden.

Das sieht man quer durch alle Fraktionen und auch in der Verwaltung als Unding an, es stehe dem kommunalen Ziel der dezentralen Unterbringung entgegen. Eine Integration der Asylanten, so die einhellige Meinung, werde dadurch erschwert.

Kein neuer Stand der Dinge

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Bürgermeister Jens Geiß, dass es zurzeit noch nichts Neues zu vermelden gebe. Stand der Dinge sei nach wie vor, was in dem vom Gemeinderat im Dezember verabschiedeten fraktionsübergreifenden Antrag stehe.

Dort heißt es unter anderem in Bezug auf das Projekt in der Plankstadter Straße, dass der geplante Neubau vorerst ohne die Inanspruchnahme der beiden Fördertöpfe in Angriff genommen werden solle. Eine Entscheidung, ob und wie die Fördertöpfe in Anspruch genommen werden, solle der Gemeinderat im Verlauf dieses Jahres entscheiden.

Darüber hinaus werde die Verwaltung aufgefordert, alle Möglichkeiten der beiden Förderprogramme intensiv mit den Fördermittelgebern auszuloten, um eine valide Entscheidungsgrundlage zu haben. Hierbei sei unter anderem zu klären, inwieweit die Förderung auf die beiden Gebäudeteile zu splitten und gegebenenfalls seperat abrufbar sei. az

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