Oftersheim

Handwerkskammer Karl Wowy, Sybille Shehata und Günter Metzger bekommen Auszeichnung

Mit Leib und Seele Meister

Archivartikel

Oftersheim//Plankstadt/Eppelheim.Die Gratulation kam von Herzen: Alois Jöst, Präsident der Handwerkskammer Mannheim, drückte die Hände von Karl Wowy, Sybille Shehata und Günter Metzger fest, als er ihnen jeweils den goldenen Meisterbrief in die Arme legte.

Genau fünf Jahrzehnte ist es bei den Dreien her, dass sie ihr Wissen und Können nochmals auf den Prüfstand stellten und vom Gesellen in ihrem Handwerk zum Meister avancierten. Für Sybille Shehata aus Eppelheim war es eine Erfüllung, fortan nicht nur als Friseurmeisterin arbeiten zu können, sondern die Hälfte ihrer Arbeitszeit in die Ausbildung neuer Fachkräfte zu investieren. Ein 50-Prozent-Debutat an der Justus-von-Liebig-Schule hatte sie 27 Jahre lang inne und freute sich über jeden Absolventen, der seine Prüfungen bestand. „Wenn das nicht der Fall war, was selten vorkam, dann hat mich das schon persönlich betroffen“, erinnerte sie sich. Noch heute hat sie einen eigenen Friseursalon in Eppelheim und genießt es, beim Internationalen Bund zu unterrichten.

Schreibgeräte hergestellt

Auch Günter Metzger aus Plankstadt erhielt seinen goldenen Meisterbrief. Der Mechaniker stellte sich am 11. Juni 1968 der Prüfungskommission und erinnerte sich noch gut an den Tag, als es darauf ankam. „Noch am Vorabend habe ich an meinem Werkstück gearbeitet“, verriet er. Als Meister hatte er dann zwei Stellen inne, zuletzt 25 Jahre lang bei Lamy in der Herstellung von Schreibgeräten. „Das war eine gute Zeit“, erinnerte er sich.

Auch Karl Wowy war unter den 62 zu Ehrenden, die sich im Wieslocher Palatin einfanden. Der Oftersheimer hatte den Beruf des Fleischers gelernt und führte mit seiner Frau Lina viele Jahrzehnte lang eine Metzgerei in Mannheim. Erst zur Rente zogen sie nach Oftersheim und widmeten sich dort einer großen Leidenschaft: dem Singen. „Ich bin auch im Sängerchor der Fleischerinnung Mannheim“, betonte Wowy, „und bin seit 29 Jahren deren Vorsitzender.“ Auch in Oftersheim singen er und seine Frau. „Natürlich bei der Germania“, verriet er. Der Fleischermeister engagierte sich auch in der Ausbildung junger Gesellen. So war er über 30 Jahre lang im Gesellenprüfungsausschuss, stellvertretender Meisterbeisitzer im Prüfungsausschuss für die Meister und erhielt für dieses Engagement die silberne Ehrennadel der Handwerkskammer Mannheim.

Stabilen Mittelstand geschaffen

Fünf Jahrzehnte als Meister tätig zu sein – dafür zollte Alois Jöst größten Respekt: „Dabei waren die meisten von Ihnen Einzelkämpfer und auf sich alleine gestellt. Sie haben sich in unsere Gesellschaft eingebracht und einen starken Eindruck hinterlassen.“ Denn, so der Präsident, „man konnte damals nicht ein bisschen Handwerksmeister mit ein bisschen Betrieb sein. Man musste mit Leib und Seele dabei sein. Sie waren mit Leib und Seele Meister“. Auf diese Weise hätten sie alle gemeinsam einen stabilen Mittelstand geschaffen, „der noch heute Säule unserer Wirtschaft ist.“

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