Oftersheim

Mitbürger stirbt in Ulmer Klinik

Archivartikel

Man liest es immer wieder, hört im Radio Beiträge oder sieht im Fernsehen Berichte von Angehörigen, die einem lieben Menschen nicht mehr in seinen letzten Stunden beistehen durften, weil er – oder sie – als Corona-„Fall“ auf der Intensivstation lag und keinen Besuch empfangen durfte.

Der Facebook-Post von Bürgermeister Jens Geiß in der Oftersheim-Gruppe führt uns vor Augen, dass Schicksale wie diese nicht nur irgendwo in Europa oder vielleicht noch in den bundesdeutschen Hochinzidenzgebieten passieren – sondern in Oftersheim. Ganz in unserer Nähe. Mitten unter uns.

Der Rathaus-Chef schildert den ersten Todesfall im Zusammenhang mit Corona in der Hardtgemeinde – in Rücksprache mit den Verwandten: Die Person, zwischen 60 und 70 Jahre alt, war seit Dezember in einer Heidelberger Klinik und gehörte – eine Woche vor Weihnachten – zu den Patienten, die mit einem Intensivtransport nach Ulm verlegt wurden. Er oder sie ist nun verstorben. 200 Kilometer entfernt von der Heimat und den Angehörigen. Ihnen kann man nur ganz viel Kraft wünschen.

Dieser Tod in unserer unmittelbaren Nachbarschaft zeigt uns auf grausame Art, dass es uns alle treffen kann – als Infizierte oder Hinterbliebene.

Ich finde, es ist allerhöchste Zeit, dass wir unsere Freiheit nicht durch ein Stück Stoff vor Mund und Nase definieren oder durch die (theoretische) Möglichkeit, abends um 22 Uhr noch spazieren gehen zu dürfen.

Sondern durch das existenzielle Glück, selbstständig atmen zu können.

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