Oftersheim

Geschäftsleben Golfplatz Rheintal erhält Gold-Zertifizierung des Deutschen Golf-Verbandes / Auszeichnung für umweltbewusste und nachhaltige Betriebsführung

Naturschutz steht ganz oben auf der Liste

Archivartikel

Oftersheim.Vor zwei Jahren war es noch Bronze. Im vergangenen April kam Silber dazu. Jetzt wurde es Gold. Der Golfplatz Rheintal wurde mit dem Zertifikat des Deutschen Golf-Verbandes (DGV) für eine ordnungsgemäße, umweltbewusste und nachhaltige Betriebsführung ausgezeichnet – genau am Weltwassertag, der dieses Jahr für eine stärkere Berücksichtigung der die natürlichen Potenziale von Ökosystemen nutzenden Lösungen im Gewässermanagement wirbt.

Von den 730 Golfplätzen in Deutschland sind bis jetzt 76 mit Gold zertifiziert worden. Aber keine Anlage hat das Qualitätsmanagement-Programm von „Golf & Natur“, das besonders die im Umweltschutz aktiven Golfanlagen herausstellt, so schnell umgesetzt wie der Golfplatz in den Oftersheimer Dünen. Das in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz entwickelte und durch den Greenkeeper-Verband Deutschland (GVD) unterstützte Projekt hat die Umweltschwerpunkte Natur und Landschaft, Pflege und Spielbetrieb, Arbeitssicherheit und Umweltmanagement sowie Öffentlichkeitsarbeit und Infrastruktur.

Das Qualitätsmanagement zielt darauf ab, optimale Bedingungen für den Golfsport mit dem größtmöglichen Schutz für die Natur zu verbinden. „Alle Aufgaben sind zur größten Zufriedenheit umgesetzt worden, hier ist ein herausragendes Projekt entstanden“, sagte Bodo Rüdiger von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen. Die Maßnahmen der Golfanlage werden fortlaufend mit den am Qualitätsmanagement beteiligten Institutionen überprüft. Nach erfolgreicher Umsetzung erhält die Golfanlage eine für zwei Jahre gültige Anerkennungsurkunde.

Die Einrichtung einer Wetterstation, die Sanierung der Brunnen sowie ein Rahmen- und Pflegeplan für die Grüns waren unter anderem die Schritte, die zur Sicherung der Qualität und zum umweltbewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen auf der Golfanlage beitragen sollten, erläuterte Diplom-Agrarbiologe Martin Bocksch: „So rund läuft es selten. Wir wollen aber den Blick in die Zukunft nicht vergessen, in zwei Jahren werden wir uns zur erneuten Zertifizierung zusammensetzen.“ Manager Steven Pinter sprach von einem „Superprojekt“. Der Golfclub trage gerne nach außen, „dass wir hier Naturschutz betreiben“.

Ganzjährig bespielbar

Der von der amerikanischen Armee erbaute und im Juli 1958 in Betrieb genommene 18-Loch-Golfplatz gehört zu den ältesten Golfplätzen in Baden-Württemberg. Im September 2013 wurde die Anlage an den Golfclub Rheintal übergeben, im Mai 2014 wurde der Platz in die Gutperle Golf Courses eingliedert. Die auf jahrhundertealten Sanddünen gelegene Anlage ist eine der beliebtesten, ganzjährig bespielbaren in Deutschland. „Golf hat keine Hemmschwelle“, warb Pinter für mehr Öffentlichkeit und eine Informationsbegehung von Mitgliedern und interessierten Bürgern, „um unseren Schatz auch zeigen zu können“. Wer spielen möchte, könne sich gerne melden.

Bürgermeister Jens Geiß freute sich über die Gold-Auszeichnung. Mit der Umsetzung eines Bebauungsplans habe die Gemeinde mit allen Beteiligten auch „schwierige Situationen gemanagt“. Viel Lob gab es von Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Er freue sich, dass der Golfclub das kombinierte Natur- und Landschaftsschutzgebiet in den Dünen durch Sandmagerrasen im Rough fördert und Grassorten einsetzt, die besonders wenig Wasser brauchen.

Die Verantwortlichen des Golfplatzes seien der „Politik des gehört Werdens“ gefolgt und so sei „ein Leuchtturm in Sachen Nachhaltigkeit und Naturfreundlichkeit“ entstanden, meinte Baumann: „Kompliment, Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt.“

Rasenstücke züchten

In den nächsten zwei Jahren sollen weitere Aspekte angegangen werden. So ist der Neubau eines Verwaltungsgebäudes mit Dachbegrünung geplant. Die Anlage eines Sodengartens, in dem kleine Rasenstücke gezüchtet werden, um Schäden an Grüns professionell ausbessern zu können, wird kommen.

Sicherheit spielt eine große Rolle, deshalb steht auch ein Erste-Hilfe-Kurs für Mitarbeiter und Mitglieder auf der Agenda. Schließlich soll eine Feuerwehrübung stattfinden. Auch damit wolle man das „Leuchtturmprojekt“ in den Dünen weiter vorantreiben, versicherte Pinter: „Wir sehen unseren Golfplatz als ein Zukunftsmodell.“

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