Oftersheim

Bürgersaal Vortrag zum Thema Liberalismus und Christentum

Pascal Kober: Nicht ganz spannungsfrei

Oftersheim.Einen besonderen Gast hatte der FDP-Ortsverband in den Bürgersaal eingeladen, der zum Thema "Liberalismus und Christentum verbindet" einen spannenden, informativen Vortrag hielt, und zudem über seine Arbeit als Militärseelsorger in Mali erzählte: den Theologen und Militärpfarrer Pascal Kober. "Wir haben dieses Jahr eine Veranstaltungsreihe gestartet, um das Potenzial der FDP bekannt zu machen", eröffnete Holger Höfs, der Vorsitzende des FDP-Ortsverbands, den Abend.

Er begrüßte die Besucher und Mitglieder der Oftersheimer Liste als Mitveranstalter, "die das Gleiche wie die Liberalen denken, aber zu keiner Partei gehören wollen". Warum man zur FDP gehen sollte? "Weil man selbstbestimmt leben will", meinte der Vorsitzende, "weil man sich nicht von jedem sagen lassen soll, was man zu tun und zu lassen hat." Kontakt zum FDP-Politiker Pascal Kober hat Frank Schmeckenbecher, Schatzmeister des Ortsverbandes, hergestellt, informierte Höfs. Schmeckenbecher hieß anschließend neben dem prominenten Gast auch Alexander Kohl und Helga Bender vom FDP-Kreisverband sowie Hendrik Tzschaschel, der für die FDP als Bundeskandidat für den Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen nominiert wurde, willkommen.

"Daran zweifelt keiner"

Danach stellte er Pascal Kober vor. Schmeckenbecher ist sich sicher, dass er den Einzug in den Bundestag schafft, wenn die FDP die Fünf-Prozent-Hürde nimmt, "daran zweifelt keiner mehr, weil sie in Schleswig-Holstein 11,5 Prozent und in NRW 12,6 Prozent erreicht hat". Auch Kobers unpazifistische Position gegenüber von Margot Käßmann erwähnte der Schatzmeister, sie sei "welt- und wirklichkeitsnah, denn durch Beten kann weder ein Krieg noch der Terrorismus beendet werden".

"Das Thema Liberalismus und Christentum ist nicht ganz spannungsfrei", begann Pascal Kober seine fundierte Präsentation, mit der er die Zuhörer bis zum Schluss fesselte. "Das hat historische Gründe, die zurückgehen auf die französische Revolution."

Dieser ging die Aufklärung voran, "die nicht nur die Würde des Menschen betont, sondern auch dessen Unabhängigkeit von den traditionellen Herrschaftsverhältnissen". Das waren zu jener Zeit der Adel und die Kirche. So erklären sich antiklerikale Elemente im Liberalismus, eine Kritik, die sich vor allem auf die Institution Kirche richte.

Wertschätzung als Individuum

Beschäftige man sich jedoch mit der Geistesgeschichte der liberalen Demokratie kommt man nicht umhin, ihre christlichen Ursprünge zu erkennen, sagte Kober, besonders vor dem Hintergrund der Gottebenbildlichkeit, die in der Bibel zur Sprache kommt. Danach erfährt der Mensch als Individuum eine enorme Wertschätzung, auch im Liberalismus stehen das Individuum und die Entfaltung seiner Persönlichkeit an oberster Stelle.

Im Laufe des Vortrags ging Kober auf die verschiedensten Aspekte der Geistesgeschichte des Freiheitskampfes ein und dem Wirken von namhaften Persönlichkeiten. Dieser Kampf begann nicht in der Antike, sondern setzte erst mit dem Christentum ein. Genesis, der Römerbrief 13 von Paulus, die Reformation und Luther, der die Sündhaftigkeit und Fehlbarkeit des Menschen thematisiert und in der Demokratie zur Begrenzung der Macht und Kontrolle der Machtausübung führt, ein Zitat von Albert Schweitzer, das Kober als eine Art liberales Glaubensbekenntnis bezeichnete - anhand solcher Beispiele zeigte der Referent auf, was Liberalismus mit dem Christentum verbindet, wobei für beide der optimistische Blick auf die Zukunft wesentlich sei.

Untermalt mit beeindruckenden Fotos, schilderte Pascal Kober anschließend von seinem Einsatz in Mali, wo er die Bundeswehrsoldaten inmitten der Wüste als Seelsorger begleitete, von ihrer Belastung bei knapp 50 Grad, von ihren familiären Problemen sowie von den malischen Soldaten und den politischen Hintergründen der dortigen UN-Mission.

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