Oftersheim

Katholische Gemeinde Gut besuchtes Josefshaus / Blütenteppich als tolles Kunstwerk

Pistazienschalen als Kuppel

Archivartikel

OFTERSHEIM.Im Josefshaus sind viele Damen unterwegs und haben alle Hände voll zu tun – es ist Fronleichnam und gleich kommen durstige und hungrige Gottesdienstbesucher zum Pfarrfest.

Lioba Mann vom katholischen Gemeindeteam hat gut eineinhalb Stunden vor der „heißen Phase“ den Überblick: „Am Salat und beim Spülen sind Christa Rösch, Martina Barth, Christa Stumm und Isabel Kinzer, für Kuchen und Kaffee zeichnet Sonja Müller verantwortlich, die Kuchen haben Gemeindemitglieder gebracht, gekocht haben Iris Würmser und ich.“ Und was gibt es? Nachdem man bereits anderer Gereichte angeboten hat, ist man nun schon beim Schnitzel angelangt und bietet für die, die es fleischlos mögen, Käsespätzle an. „Mittlerweile macht das immer gleichbleibende Angebot den Einkauf auch sehr flott“, freut sich Mann, dass alles läuft. Die Mannschaft liegt gut in der Zeit und genießt ein kurzes Frühstück.

Vor der Kirche Sankt Kilian indes zieht der farbenfrohe Blütenteppich bewundernde Blicke auf sich. Das Konterfei von Papst Franziskus ziert das Emblem vor dem Kirchenportal, aus Hornspänen sowie Rasenkalk und Blüten mit Konturen aus Kaffeesatz hebt der Heilige Vater die Hand einladen in Richtung Petersdom, der eine Kuppel aus Pistazienschalen hat – das symbolisiert die geplante Rom-Reise der Ministranten Ende Juli.

Appell an die Nächstenliebe

Drinnen sind viele Gläubige versammelt, die Pfarrer Reinholdt Lovasz zuhören. In seiner Predigt geht er intensiv auf die Bedeutung der konsekrierten Hostie ein. „Der Glaube an die Realpräsenz Christi im Altarsakrament verlangt, sorgsam auch mit kleinen Partikeln der Hostie umzugehen, ebenso mit dem konsekrierten Wein“, schildert er den Vorgang, dass ein Zisterziensermönch den Wein samt hineingefallener Kreuzspinne ausgetrunken habe und daran gestorben zu sein. War er ein Märtyrer der Eucharistie? Lovasz stellte vor, dass es keiner Menschenopfer mehr bedürfe, den Glauben zu bekennen: „Die Ganzhingabe Jesu am Kreuz besiegelt einen ewigen, unaufhebbaren Liebesbund Gottes mit den Menschen“, betonte er. „Ein wohl echter Märtyrer der Eucharistie ist der Erzbischof Oskar Romero, der bald von Papst Franziskus heiliggesprochen werden soll“, schilderte Lovasz dessen Geschichte: Er kam zu einer von Soldaten besetzten Kirche, das Allerheiligste wurde beschossen, die Hostien kullerten auf den Boden. Romero hob sie auf, trotz Bedrohung durch die Soldaten. Dorfleute folgten ihm, als er die Hostien wieder in die Kirche bringen wollte, wurden bedroht, Romero stellte sich schützend vor sie. Romero ereilte die Erkenntnis, dass er das Volk Christi ebenso schützen muss, wie den eucharistischen Herrn. Später wurde Romero während eines Messopfers am Altar erschossen. „Alle Christen müssten sich weltweit dafür einsetzen, dass die schwächsten Glieder der Menschheit nicht Tag für Tag unter die Räder kommen“, appellierte Lovasz für Nächstenliebe.

Die Prozession mit der Monstranz zog zum Irischen Kreuz und wieder zurück in die Kirche. Gleich darauf fanden sich alle Gemeindemitglieder im Josefshaus ein. zesa

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