Oftersheim

CDU Landtagsabgeordnete und -kandidaten besuchen Leistungszentrum des TSV / Sie möchten verhindern, dass Vereinen die Gemeinnützigkeit aberkannt wird

Politiker wollen E-Sport als Sportart anerkennen

Archivartikel

Oftersheim/Mannheim.Landtagskandidaten und Abgeordnete der CDU haben das E-Sport-Leistungszentrum des TSV Oftersheim in Mannheim-Rheinau besucht. Die entsprechende Passage des am 12. März 2018 zwischen CDU, CSU und SPD geschlossenen Koalitionsvertrages ist eigentlich eindeutig, heißt es in einer Pressemitteilung: „Wir erkennen die wachsende Bedeutung der E-Sport-Landschaft in Deutschland an. Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen.“

Für alle Freunde des E-Sports, eines unter festgelegten Regeln stattfindenden Wettkampfes zwischen menschlichen Spielern unter Nutzung von geeigneten Video- und Computerspielen an verschiedenen Geräten und auf digitalen Plattformen, war dies ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Auch für den TSV 1895 Oftersheim, der sich bereits seit Dezember 2016 mit dem Thema E-Sport beschäftigt und im Jahr 2017 die Abteilung „eSport Rhein-Neckar“ gründete, war dies eine positive Nachricht. Viel passiert ist diesbezüglich bis zum heutigen Tage allerdings nicht, denn nach einem Gutachten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wird E-Sport nicht als Sport anerkannt.

Dies erfuhren die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Karl Klein und Claudia Martin (beide Wahlkreis Wiesloch) und die beiden CDU-Landtagskandidaten Andreas Sturm (Wahlkreis Schwetzingen) und Professor Dr. Alfried Wieczorek (Wahlkreis Mannheim-Süd) bei einem Besuch des E-Sport-Leistungszentrums (ELZ) des TSV, das sich in Mannheim-Rheinau befindet und das im November 2019 eröffnet wurde.

Katharina Spinner, stellvertretende Abteilungsleiterin, begrüßte in Begleitung ihrer Welshterrierhündin „Kiwi“ die Politiker und informierte darüber, dass man noch vor zwei Jahren mit zehn Mitgliedern in einem 15 Quadratmeter großen Raum in Oftersheim anfing und mittlerweile durch die gemieteten Räumlichkeiten in Mannheim-Rheinau über eine Fläche von 350 Quadratmeter verfüge. „Rund 130 Mitglieder sind mittlerweile in unserer E-Sport-Abteilung aktiv, Tendenz steigend. Hier führen alle Teams ihre regelmäßigen Trainings durch, auch sind mehrtägige Bootcamps für professionelle Teams im ELZ möglich. Das ist übrigens die 15. Sportart, die unserem Verein angeboten wird“, so die 28-jährige Wirtschaftsinformatikerin.

Von Förderungen profitieren

Würde der DOSB den E-Sport tatsächlich als Sportart anerkennen, so könnte dieser in die Struktur des Deutschen Sportbundes integriert werden und auch von Förderungen profitieren. Ferner geht es hier auch um das Thema „Gemeinnützigkeit“, diese wird E-Sport-Vereinen durch die Finanzämter jedoch nicht zuerkannt. Hier versucht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die sich in ihrem im Juni 2020 beschlossenen Positionspapier „Ehrenamtsgesetz 2021“ unter anderem mit dieser Thematik beschäftigt, zu helfen: „Wir sorgen für Rechtssicherheit von Sportvereinen, die E-Sports-Abteilungen betreiben. Um für diese Vereine die Gefahr der Aberkennung der Gemeinnützigkeit zu beseitigen, werden wir eine rechtliche Klarstellung der Behandlung von E-Sport herbeiführen. Wir werden deshalb darauf hinwirken, dass der Anwendungserlass zu Paragraf 52 AO am Ende der laufenden Nummer 7 um die Formulierung ,E-Sports fällt unter den Begriff Sport, soweit es sich um elektronische Sportsimulationen handelt’ ergänzt wird.“ „Uns geht es aber auch um den sozialen Aspekt, beispielsweise darum, Menschen anzusprechen, die eigentlich nicht einem Verein beitreten wollen. Wir nehmen jeden Menschen so, wie er ist, der gute Umgang miteinander ist uns wichtig“, erklärt Katharina Spinner, die jede Woche rund 20 Stunden ehrenamtlich im E-Sport-Leistungszentrum tätig ist.

Derweil nimmt das Interesse an E-Sport weiter zu. Mitte des Jahres hat beispielsweise der Handball-Bundesligist Rhein-Neckar-Löwen in einer Kooperation mit der E-Sport-Abteilung des TSV Oftersheim seine eigene E-Sport-Mannschaft gegründet, so die Mitteilung abschließend. zg

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional