Oftersheim

Heimatmuseum Neue Abteilung nimmt Gestalt an / Mit den REM auf den Spuren der Römer

Prächtige Reproduktion römischer Wandkunst

Oftersheim.Ob die römischen Bürger, die einst vor den Toren der Hardtgemeinde residierten, wohl je einen Gedanken darüber hatten, welchen Eindruck sie auf die Menschen Hunderte von Jahren später hinterlassen könnten? Tatsächlich beschäftigen sich im 21. Jahrhundert unzählige mit dem, was der Hofbesitzer und seine Familie hinterließen. Jetzt trafen sich die Fachleute im Heimatmuseumsbereich, der sich einzig und alleine der römischen Geschichte widmet. Doch nicht nur die neuen Ideen und Präsentationsformen, die in den altehrwürdigen Räumen in der Mannheimer Straße 59 entstehen, begeisterte die Männer der Gemeindeverwaltung und des Heimat- und Kulturkreises (HuK).

Mit Dr. Mathilde Grünewald haben die Ehrenamtlichen des HuK eine starke Frau an ihrer Seite. Die Archäologin half, Oftersheim und seine Vergangenheit zu erarbeiten. Denn sie stieß vor vielen Jahren auf einen Kellerschatz in den Reiss-Engelhorn-Museen (REM). "Einige Kartons, auf denen ,Villa Rustica' stand, das fand ich spannend", erinnerte sie sich. Die Fundstücke, die in den frühen 60er Jahren in Oftersheim ausgegraben wurden, mündeten sogar in einer Römer-Ausstellung der REM. Jetzt ist es an der Zeit, den Menschen "ihre" Geschichte wiederzugeben.

Punktlandung vollbracht

Dass dies auch in einem prächtigen Ambiente geschehen kann, dafür sorgten die Kreativen des HuK in Zusammenarbeit mit der erfahrenen Kuratorin. Mit der Reproduktion der historischen Wandbemalung in Form einer Tapete hatte Roger Hillengaß eine Punktlandung vollbracht. "Prächtig", befand Grünewald.

Das Original war handgemalt und aus den Fundstücken interpretiert worden. "Das war ein Fachwerkbau, dessen Gefache mit Lehm ausgefüllt waren", so die Expertin, "darauf waren mehrere Mörtelschichten, bis die Handmalereien kamen. Eine herausragende Arbeit, denn die Wände in den Villen römischer Siedler konnten durchaus fünf Meter Höhe haben." Im neuen Bereich des Heimatmuseums finden sich nun die Ansichten von gleich zwei Räumen: ein weißer und ein roter. Zufrieden nickten der Vorsitzende Dieter Burkart, sein Stellvertreter Gerhard Frei und Helmut Spieß vom Arbeitskreis des Museums.

Platz für Bärenzahn

"Kleine Bänke mit roten Kissen", empfahl die Expertin noch, "und ein Tisch, auf dem man Exponate unter Plexiglas präsentieren kann." Die Männer nickten immer begeisterter. Dort könnte ein Bärenzahn seine Heimstatt finden. Der ist derzeit noch bei den REM zuhause. "Aber wir haben verschiedene Leihgaben für Oftersheim parat", versprach die Expertin. So wie der original Haustürschlüssel der Villa oder Stücke der bemalten Wände, die noch aussagekräftiger sind. Darüber freuten sich die Ehrenamtlichen, denn auch sie haben noch viele Ideen zur Museumspädagogik und Präsentationstechnik in petto.

Grünewald verkündete im Anschluss an die technischen Details noch eine besondere Überraschung. Bereits Ende November wird das Buch über die römische "Villa Rustica" druckfrisch vorliegen. Auf 160 Seiten ist dann die Arbeit der Archäologen in den Jahren 1965 und 1966 verewigt - inklusive 185 Abbildungen. Alle gemeinsam hoffen nun, dass das Buch rechtzeitig zur offiziellen Einweihung des neuen Museumsbereichs vorgestellt werden kann.

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