Oftersheim

CDU-Arbeitskreis Grüne Holzkreuze an Äckern stehen für Protest / Zwei Bauern verteidigen die konventionelle Landwirtschaft

„Sie ist besser als ihr Ruf“

Oftersheim.Der Arbeitskreis „CDU fragt nach“ bat die ortsansässigen Landwirte Gerd Koppert und Helmut Wiegand um Aufklärung, was die an etlichen Äckern aufgestellten grünen Holzkreuze zu bedeuten haben, heißt es in einer Pressemitteilung der Christdemokraten, die dazu einen Faktencheck gemacht haben.

Sind die grünen Holzkreuze auf manchen Äckern eine politische Aussage?

In gewisser Weise ja – aber keine parteipolitische. Man darf die Kreuze als stummen Protest gegen unfaire Behandlung verstehen. Die konventionelle Landwirtschaft bei uns ist mit Sicherheit besser als ihr Ruf.

Was ist damit konkret gemeint?

Es gibt Forderungen, dass der Anteil der Bio-Landschaft in wenigen Jahren bei 50 Prozent liegen soll. Zu den Preisen, die im größten Marktsegment bezahlt werden, können Bio-Nahrungsmittel aber nicht produziert werden. Anders ausgedrückt: Nur ein relativ kleiner Teil der Kunden ist bereit, für Bio deutlich tiefer in die Tasche zu greifen. Die meisten Menschen kaufen Lebensmittel gern billig ein. Auch ist schon gefordert worden, dass der konventionelle Anbau in wenigen Jahren nur noch 50 Prozent der Düngemittel ausbringen soll, also eine Reduktion um die Hälfte. Die Folgen sind aber nicht nachvollziehbar berechnet, sagt der Bauernverband. Hier wird, so unter anderem die Auffassung der zwei Oftersheimer Landwirte, versucht, ohne Realitätsbezug einfach etwas vorzuschreiben.

Sie meinen Ideologie statt Sachverstand?

So ist es leider. Aber dieses Denken möchten wir nicht einfach parteipolitisch zuordnen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann etwa hat sich von den genannten Radikalforderungen distanziert. Die konventionelle Landwirtschaft berücksichtigt regionale Gegebenheiten. Sie wendet die von der Agrarwissenschaft empfohlenen Produktionsverfahren an und hält nationale und europäische Gesetze und Verordnungen ein.

Was wäre für Sie ein fairer Umgang mit der Landwirtschaft?

Als in der Region beheimatete Bauern ist uns selber an gesunden Lebensmitteln und am Schutz der Umwelt gelegen. Wir sind jedoch auch unternehmerisch tätig und das bedeutet, dass wir konkurrenzfähig produzieren wollen. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, die mit Pflanzenschutzmitteln oder Haltungsformen im Ausland produziert werden, die in Deutschland verboten sind, sollten hierzulande auch nicht verkauft oder hier verzehrt werden dürfen. zg

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