Oftersheim

ASB-Heim Der katholische Pfarrer und seine beiden evangelischen Kollegen halten einen ökumenischen Balkon-Gottesdienst

Sie spenden Senioren tröstende Worte

Archivartikel

Oftersheim.Ungewöhnliche Zeiten, ungewöhnliche Gottesdienste: Weil Bewohner des ASB-Samariterhauses während der Corona-Krise aus Sicherheitsgründen keinen Kontakt nach draußen haben dürfen, kommen die Pfarrerin und die Pfarrer nun eben zu ihnen – für einen ökumenischen Open-Air-Gottesdienst unterm Balkon.

Zum ersten Mal haben Pfarrerin Dr. Sibylle Rolf und Pfarrer Tobias Habicht von der evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrer Uwe Lüttinger von der katholischen Kirchengemeinde am Donnerstagvormittag vor dem Pflegeheim einen Gottesdienst live gehalten, musikalisch wurde er von Rainer Ruhland am Clavinova begleitet. Viele Bewohner verfolgten ihn auf Balkonen oder durchs Fenster.

Große Sehnsucht

In Zeiten von Corona zum Gottesdienst zusammenzukommen, geht online sehr gut und erzeugt eine virtuelle und auch real gefühlte Gemeinschaft. Die Sehnsucht nach einem Gottesdienst „in echt“ jedoch ist groß, besonders bei den Menschen in Heimen. Denn auch dort durften, ebenso wie in den Kirchen, im Gebäude keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. Zusammen mit dem verordneten Besuchsverbot fällt damit eine wichtige Begegnungsmöglichkeit weg.

Auf die Idee der Balkon-Gottesdienste brachte die Oftersheimer Geistlichen ihr ehemaliger Kollege aus Schwetzingen, Pfarrer Thilo Müller, der nun als Altenseelsorger in Mannheim tätig ist. Er hat das Angebot dort bereits öfters durchgeführt und etabliert.

So ging es bei herrlichem Sonnenschein um den guten Hirten. Nach begrüßenden Worten von Pfarrer Tobias Habicht beteten die Heimbewohner die vertrauten Worte aus Psalm 23, die bis ins hohe Alter nichts an Bedeutung verlieren. Pfarrer Uwe Lüttinger forderte in seiner Kurzpredigt dazu auf, mutig auf die Stimme des guten Hirten zu hören, sich von ihm begleiten und führen zu lassen. Gemeinsam hielten die Geistlichen Fürbitte für Menschen, die in diesen Krisenzeiten besonders zu leiden haben, die sich besonders für andere aufopfern und oft selbst kraftlos und mutlos sind. Nach dem Segen, feierlicher Musik und verabschiedenden Worten von Pfarrerin Dr. Sibylle Rolf wurden die Heimbewohner wieder ins Haus gebracht – nicht ohne die Perspektive, in naher Zeit wieder gottesdienstlich am Balkon versorgt zu werden. tha

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