Oftersheim

Klasse Kids Die Viertklässler der Theodor-Heuss-Schule wissen nun mehr über die Entstehung und den Aufbau eines Printmediums / Die Kinder vertiefen sich morgens gerne in die Ausgabe

Sie wollen jetzt öfter in der Zeitung stöbern

Archivartikel

Oftersheim.Die beiden vierten Klassen der Theodor-Heuss-Schule haben in dieser Woche am Zeitungsprojekt „Klasse Kids“ teilgenommen, das unsere Tageszeitung anbietet. Sie erhalten während der Unterrichtseinheit jeden Morgen eine Zeitungslieferung in Klassenstärke.

Täglich schleppen die Kinder der 4b den Zeitungsstapel vom Nebeneingang der Schule am Teich hoch in den ersten Stock, wo sie der 4a eine entsprechende Anzahl überreichen. Im Klassenzimmer angelangt, findet zunächst einmal die freie Lesezeit statt, das heißt jedes Kind darf für mindestens 20 Minuten die Zeitung durchstöbern und lesen, worauf es Lust hat. Dann wird es oft ganz still im Raum, da die Schüler in die unterschiedlichen Artikel vertieft sind. Zu hören ist nur noch das Rascheln des Papiers. Natürlich wird auch mal über ein lustiges Foto gekichert oder ein interessanter Artikel kommentiert. Anschließend findet ein kurzer Austausch über das Gelesene statt, bevor gemeinsam die Kindernachrichten gelesen werden.

Im Deutschunterricht vertiefen dann die Lehrerinnen mithilfe der zum Projekt gehörenden Unterrichtsmaterialien ein Thema, beispielsweise der Aufbau der Titelseite, die Bestandteile einer Tageszeitung und die verschiedenen Ressorts. Das „sperrige“ Format der Zeitung finden die Kinder noch gewöhnungsbedürftig, aber abgesehen davon haben die Viertklässler großen Spaß an diesem Projekt.

Zum Ende von „Klasse Kids“ macht unsere Zeitung das Angebot, dass die für Oftersheim zuständige Redakteurin Anette Zietsch im Unterricht vorbeischaut und aus dem Berufsalltag erzählt. Die Schüler dürfen dann auch Fragen stellen. Das macht beiden Seiten immer sehr viel Spaß. Doch in diesem Jahr ist durch die Corona-Pandemie eben vieles anders. Die Kontaktbeschränkungen wegen Corona und die veränderten räumlichen Bedingungen durch den Umbau des Gebäudes in eine Ganztagsschule ließen einen persönlichen Austausch zwischen Schüler, Lehrer und Redakteurin vor Ort leider nicht zu. Doch gerne beantworten wir auf diesem Weg die Fragen der Schüler, die uns die Lehrerinnen Lena Jobst und Melanie Steiner haben zukommen lassen.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Journalisten?

In der Regel absolvieren wir ein zweijähriges Volontariat – so nennt sich die Ausbildung – bei einer Zeitung. Dort steht im Mittelpunkt, die unterschiedlichen Stilrichtungen wie Reportagen, Berichte, Meldungen oder Interviews zu verfassen. Dazu gehören auch Seminare, bei denen theoretisches Wissen vermittelt wird.

Ist es sehr anspruchsvoll, Journalist zu werden?

Wenn eine Tätigkeit Spaß macht, geht sie meistens auch leicht von der Hand. Das ist wie bei euren Lieblingsfächern. Wer gerne Mathe macht, wird es meistens nicht als anspruchsvoll empfinden. Wer Deutsch nicht mag, tut sich schwer damit. Aber als Voraussetzung für den Beruf sollte man schon ein gewisses Talent für Aufsätze und für Rechtschreibung mitbringen. Genauso wichtig ist aber das Interesse an den Menschen und am Geschehen in seiner Umgebung.

Wie lange dauert es, eine Zeitung fertigzustellen?

Wir beginnen morgens mit unserer Themenkonferenz. Der Name verrät es schon: Jeder Redakteur stellt die Themen vor, die er für seine Gemeinde plant. Im Laufe des Tages besuchen wir Termine und schreiben unsere Artikel. Das Layout für die Seiten wird mit einer speziellen Redaktionssoftware gestaltet. Am Abend besprechen wir die Seiten, für die jeder von uns an diesem Tag verantwortlich war. Dafür werden die Ausdrucke an eine große Tafel gehängt. Wenn dann eventuell notwendige Korrekturen erledigt sind und alles in Ordnung ist, wie die Seite auf digitalem Weg nach Mannheim in die Druckerei geschickt.

Woher erfahren die Redakteure von den neuesten Ereignissen?

Zum einen bekommen wir von Vereinen oder Organisationen den Hinweis, meistens per E-Mail, dass sie ein Fest oder eine Veranstaltung planen. Wir berichten dann über die Vorbereitungen und auch über die Veranstaltung selbst.

Gibt es in Zeitungsredaktionen Schichtarbeit?

In einer Lokalredaktion wie bei der Schwetzinger Zeitung nicht im klassischen Sinn. Ausnahme ist nur der so genannte Spätdienst, das übernimmt immer ein Redakteur. Der bleibt dann noch ein bisschen länger, falls etwas Unerwartetes geschehen sollte.

Was, wenn nach Redaktionsschluss noch etwas Wichtiges passiert?

Dafür gibt es zum einen die digitale Ausgabe unserer Zeitung, bei der wir unabhängig vom Redaktionsschluss oder Druckereivorgaben und auch später noch aktuelle Ereignisse „nachschieben“ können. Und zum anderen sind wir auch in den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram vertreten.

Wie sieht die Zeitung aus, bevor sie gedruckt wird?

Das ist eigentlich alles völlig unspektakulär. Sie besteht aus vielen einzelnen Texten und Fotos im Computer, die dann „zusammengebaut“ werden.

Mit welchem „Gerät“ wird eine Zeitung gedruckt?

Mit einer Offset-Rotationsmaschine von der Firma MAN in Augsburg. Offset nennt man das Druckverfahren, mit der eine Zeitung hergestellt wird,

Treffen Redakteure oft Stars und berühmte Fußballer?

Im Lokaljournalismus eher seltener. Aber es passiert hin und wieder. Besonders dann, wenn Fußballer oder Stars aus der Region kommen wie die Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo aus Oftersheim oder wie Hansi Flick, der Fußballtrainer des deutschen Meisters Bayern München oder wie die Zweitliga-Fußballer des SV Sandhausen. Auch Politiker kommen immer mal wieder zu Besuch in die eine oder andere Gemeinde im Verbreitungsgebiet. Und Musiker sind ja oft zu Gast bei „Musik im Park“ in Schwetzingen. Da gibt es dann gelegentlich die Chance auf ein Interview.

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