Oftersheim

Serie „Meine grüne Oase“ (Teil 2) Familie Büscher hat viel Wissen aus Russland mitgebracht / Mit Tochter und Schwiegersohn bewirtschaften sie 480 Quadratmeter

Tee stammt aus dem eigenen Anbau

Oftersheim.Bohnen frisch vom Stock, die Himbeere ohne Transportwege direkt in den Mund und Dackel Waldi Freilauf gönnen, ohne die Parzelle verlassen zu müssen. Wo Kinder toben und Rosen blühen, da fühlt sich der Mensch in seinem Schrebergarten wohl. Kommt dann noch die leckere Umsetzung des Gesetzgeberwillens ins Spiel, dann gedeihen auf gut der Hälfte des Landes Obst und Kräuter, Gemüse und Co. Unsere Serie erzählt die Geschichten von Menschen, die ihr Herz an ihren Schrebergarten verloren haben und dort viele köstliche Details hegen und pflegen.

Irina Büscher hat sich tief eingegraben in ihre Scholle. Immer wieder kann man ein Seufzen und ein fröhliches Lachen hören, wenn die leidenschaftliche Gärtnerin eine neue Blüte in ihren Blumenrabatten oder ein frisch gekeimtes Kräutlein in den anderen Beeten entdeckt. „Garten ist mehr als Leidenschaft“, sagt sie, als sie gerade einmal wieder hinter dem Gewächshaus hervorhuscht und einen Blick auf die sicherlich bald köstlich mundenden Kräuter wirft, „das ist mein Leben“.

Ein Bekenntnis, das sie an ihre Heimat erinnert. In Russland, da habe sie schon als Kind den Garten ihrer Familie erlebt. „Der war aber nicht so klein wie dieser“, schmunzelt sie und deutet um sich herum.

Immerhin: 480 Quadratmeter pures Glück in Grün blüht und sprießt um sie herum. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Wilhelm bewirtschaftet sie den Garten im Oberen Wald. Vor einem Jahr haben sie gemeinsam mit Tochter Anna und Schwiegersohn Alexander Kulagin begonnen, die Parzelle neu zu gestalten.

Zwei Mal im Jahr holen sie Mist vom Landwirt um die Ecke. „Der wundert sich immer, dass wir so viel brauchen“, gesteht sie. Der beste Dünger, den sie kennt. Im Frühbeet lagert er bis zum Frühjahr, „dann haben wir den besten Kompost“.

Selbst gebaut aus Holz und Plexiglas sind die Beete perfekt, um die ersten Radieschen und Kräuter anzuziehen. Die sind längst aufgegessen, doch so manche Leckerei kann immer wieder nachgesät werden und braucht keine Abdeckung mehr für den Abend.

Viele Tipps und Tricks hat sie von ihren Eltern und Großeltern gelernt und mit in den eigenen Garten gebracht. „Ich säe unter die Bäume Thymian, das ist ein guter Schutz“, erklärt sie und lauscht in Richtung Nachbarsgarten. Dort stimmen gerade die Frösche ein spätnachmittägliches Konzert an. „Schön, oder?“, will sie wissen und ihre Männer nicken mit dem Kopf.

Nach der Nachtschicht ins Grüne

Sie genießt es auch, ganz früh am Morgen in den Garten zu gehen. „Nach der Spätschicht, wenn noch niemand hier ist“, erzählt sie. Dann schaut sie nach den Papageienblumen, die sie selbst aus Madeira mitgebracht hat. „Weil sie so schön blühen und selten sind“, sagt sie, „denn wir mögen es exotisch.“

Das kann man auch an der Früchtewahl sehen: Im Garten wachsen Feigen und Pfirsiche, Kaki und ein Eierbaum. Leckere Details, die sie mit vielen Kräutern ergänzt: Von Thymian, Oregano, Estragon bis hin zu Zitronenmelisse und Lavendel. Den mag sie besonders gerne.

Genau wie Thymian und Salbei. Daraus bereitet sie ihre persönliche Teemischung zu. Tagetes nimmt sie gerne für die Suppe oder zum Fleisch, „das gibt eine schöne Farbe“. Aus Johanniskraut und Rainfarn mischt sie sogar einen effektiven Schutz gegen Insekten. „Liebstöckel, Kümmel, Wildrauke, Koriander – ich koche einfach gerne und freue mich, wenn ich die passenden Kräuter in meinem eigenen Garten finden kann“, sagt Irina Büscher und schaut noch einmal nach der Kapuzinerkresse, die im Gewächshaus rankt. Die schmeckt ebenfalls im Salat besonders gut und hat einen intensiven und pfeffrigen Geschmack.

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