Oftersheim

Fundstücke im Römermuseum (4) Ziegel mit Paarhufabdruck

Tierspuren als Arbeits-Markierung

OFTERSHEIM.Im Römermuseum in der Mannheimer Straße 59 sind Fundstücke einer „Villa rustica“ – eines römischen Gutshofs – von Ausgrabungen auf den Hornungsäckern auf Oftersheimer Gemarkung in den 60er Jahren ausgestellt. Einige der Exponate der sehenswerten Schau stellen wir in loser Folge detailliert vor.

Ziegel mit Abdruck, die im Bereich der Villa Rustica gefunden wurden, entstammen einer Produktion aus Heidelberg. Die Firma „P. Attius Rufinius“ aus Neuenberg hat sie ab etwa dem zweiten Jahrhundert nach Christus „für den lokalen Markt“ hergestellt. Dies ist an der Stempelung mit den Buchstaben „P ATT R“ zu erkennen. Offensichtlich wurden die Ziegel bis nach Oftersheim geliefert.

Die ungebrannten Ziegel lagen zum Trocknen aus, Menschen und Tiere liefen darüber hinweg und hinterließen ihre Spuren. Mehrfach sind deshalb auf Fundstücken Abdrücke diverser Tierpfoten oder Sohlennägel zu finden. Der des Paarhufers – eventuell eines Rehs – wie auf dem ausgestellten Exponat entstand jedoch nicht, weil das Tier selbst darüber gelaufen ist. Der Ziegelhersteller nutzte den Lauf als Markierung für den Plattenziegel und setzte ihn korrekt in dessen Mitte.

Wischmarken und Fingerziehspuren gehörten ebenfalls zu den Markierungen der Manufakturbesitzer. Die Wischmarken, die auf sehr vielen Ziegeln zu finden sind, sind in ihrer Bedeutung bis heute ungeklärt. Zudem unterschied man Plattenziegeln, Flachziegel und Stirnziegel. Die Abdrücke und Spuren haben hingegen nichts mit den Bewohnern der Häuser zu tun. zesa

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