Oftersheim

Vogelverein Neuer Vorsitzender bringt frischen Wind / Parkfest soll nach fünfjähriger Abstinenz wieder stattfinden / Helfer hübschen Gelände auf

Tim Klemm liegen Vögel am Herzen

Archivartikel

Oftersheim.Klein ist der Verein der Vogelfreunde 1993 und doch sieht der neue Vorsitzende Tim Klemm (Bild) positiv in die Zukunft: „Es ändert sich gerade vieles“, sagt er verheißungsvoll. Neu ist auf jeden Fall, dass seit kurzem der Mittelalterverein „Svart Korpar“ samt „Drakarna Folket“ mit auf dem Vereinsgelände im Oberen Wald unterwegs ist. Eine Symbiose, die der Vogelfreundeverein gut brauchen kann und die dem Mittelaltervolk einen Platz bietet für Treffen und Veranstaltungen.

Klemm zeigt die Volieren, die nicht alle besetzt sind: „Wellensittiche, Ziegensittiche, Kanarienvögel, Zebrafinken“, zählt er einige Arten auf, die hier krächzen, trillern und zwitschern. Käuze und Uhus gab es schon, einige Züchter haben ihre Vögel am Wohnhaus in Volieren, „das erleichtert die tägliche Pflege und die Zucht“, weiß Klemm, weshalb einige der „Einfamilienhäuser“ hier leerstehen. Und doch sind so manche der gefiederten Gesellen gerade in Brutlaune und machen ordentlich Radau. Zurzeit ist man menschlicherseits am Aufräumen und klar Schiff machen für den Sommer mit dem Parkfest am 28. und 29. Juli, das nach etwa fünf Jahren erstmals wieder angeboten wird. Für den Verein mit 42 Mitgliedern und 11 Aktiven sowie sieben Züchtern eine echte Aktion. „Die gehen wir aber gerne an“, zeigt Klemm die bereits gereinigten, vom Unkraut befreiten Wege und den Sperrmüll, der sich angesammelt hatte.

Schlösser und Fliegengitter am Vereinsheim sind geprüft und erneuert oder ausgebessert worden. Die Fronten der Volieren werden noch sauber gemacht, die Dächer – an einigen Stellen schadhaft – sind nach dem Parkfest dran saniert zu werden, schildert der Vorsitzende, wo es hapert. Vom Fest erwarte man sich einige Einnahmen, die dann reinvestiert werden, damit die Vereinsanlage wieder in altem Glanz erstrahlt und mit Leben gefüllt wird. „Das Gelände hier ist prima“, so der Vereinschef, „da kann man durchaus was draus machen“.

Jeden Tag sind Helfer draußen am Waldrand, füttern die Vögel, reinigen die Käfige, die artgerecht hergerichtet sind. Klemm selbst stammt aus Heddesheim und ist seit 40 Jahren Hobbyist in Sachen Vogelzucht und -schutz. Kleine Schritte will er mit dem Verein machen, damit aus dem recht idyllischen Waldstück wieder ein rege von vielen naturverbundenen Menschen besuchtes wird, „dass sich wieder mehr Leute für den Erhalt und die Zucht auch der heimischen Vögel, wie etwa den Dompfaff, interessieren, sich mit uns gemeinsam dafür einsetzen“. Mit der Zucht erhalte man den Genpool und die Arten, die in der freien Natur schon manches Mal nicht mehr existieren können. Ein Zeichen der sich ändernden Umwelt, die aufgrund von Insektenvernichtungsmitteln und vielen Umweltgiften mehr, den Piepmätzen die Nahrung nimmt, weiß der Fachmann. Den Vogelschutz stellt er in den Fokus und richtet im Verein das Hauptaugenmerk darauf.

Lange Liste mit Ideen

Nach dem Parkfest möchte Klemm an die Schulen herantreten, für den Verein werben und vielleicht eine Natur-AG anbieten. Einen ganz weiten Blick in die Zukunft wagt er auch noch: „Ein Ziel ist eine Streuobstwiese mit vielen Hecken, in denen die heimischen Vögel Nistmöglichkeiten finden“, malt er ein tolles Naturbild. Auf dem Vereinsareal, das übrigens von der Gemeinde gepachtet ist, könnten zusammen mit Kindern und Jugendlichen Insektenhotels und Nistkästen gebaut werden, eine Bienenweide mit vielen Blüten übers ganze Jahr anzulegen, wäre denkbar, vielleicht ein Imkerplatz, Fachvorträge zum Natur- und Vogelschutz. Die Liste ist lang. Aber Klemm bleibt realistisch, will jeden Schritt nacheinander angehen. Übrigens kümmert sich der Verein auch um das Aufpäppeln verletzter Vögel, die gefunden werden. Die Homepage www.vogelfreunde.oftersheim.de wird derzeit aufgefrischt und auch an die neue Datenschutzverordnung angepasst, soll aber bald wieder online sein.

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