Oftersheim

Dünenlandschaft Jugendliche dringen am Ostermontag in umzäuntes Gehege auf der Friedenshöhe ein und ärgern die Tiere / „Leibwächter“ sind schon unterwegs

Unliebsamer Besuch bei den Ziegen

Archivartikel

Oftersheim.Die 15 südafrikanischen Burenziegen, die derzeit auf der Friedenshöhe die Oftersheimer Dünenlandschaft beweiden, haben am Ostermontag ungebetenen Besuch bekommen. Wie Betreuer Viktor Gretz unserer Zeitung berichtete, haben Jugendliche den Zaun niedergetreten und sich auf diese Weise Zugang zu den Tieren verschafft.

Das bestätigte ein Polizeisprecher auf unsere Nachfrage: Ungefähr fünf junge Menschen seien es gewesen, die von aufmerksamen Anwohnern beobachtet wurden. Die Unbekannten wollten die Ziegen offenbar ärgern, das hatten die Zeugen bemerkt. Die Jugendlichen waren allerdings schon verschwunden, als die herbeigerufene Polizei eingetroffen ist. Die Beamten konnten den heruntergetretenen Zaun an Ort und Stelle reparieren. Den Tieren ist zum Glück nichts passiert.

Im Laufe der Woche steht den fleißigen Meckerern ein Umzug bevor: Nachdem sie die Pflanzen wie gewünscht auf der Friedenshöhe abgefressen haben, werden sie nun erneut zum Feldherrenhügel gebracht. Dort werden sie auf komplette „Mannschaftsstärke“ aufgestockt.

Wiedersehen der 37 Kumpels

Dann sind alle 37 Kumpels an jener Stelle wieder vereint, an der sie vor ihrer längeren Abwesenheit in Oftersheim – im Herbst und Winter waren sie andernorts aktiv – bereits ihr Tagwerk verrichtet und die Landschaft im wahrsten Sinn des Wortes abgegrast, die Gehölze und dicke Sträucher also ganz nach Plan verbissen haben. Später dürfen sie sich dann an der Vegetation am Drei-Eichen-Buckel gütlich tun. „Die machen ihre Sache sehr gut“, lobt Viktor Gretz seine Schützlinge.

Esel kommen zur Unterstützung

Bis Mitte April bekommen die Ziegen noch weitere Gesellschaft. Die ist allerdings willkommen und erwünscht: Voraussichtlich vier Esel unterstützen ihre tierischen Genossen bei der Landschaftspflege; dabei, den Boden vom nachwachsenden Gestrüpp zu befreien.

Die Esel kümmern sich außerdem um das Abfressen von Gräsern und Kräutern, erläutert Viktor Gretz. Diese Delikatessen der heimischen Flora verschmähen die Ziegen nämlich. Als Nebeneffekt erhofft sich der Betreuer, dass die Grautiere auch als „Leibwächter“ fungieren und freilaufende Hunde, die von ihren uneinsichtigen Besitzern trotz dringender Bitten und Hinweisschilder nicht immer an die Leine genommen werden, vom eingezäunten Gehege fernhalten.

Ziel der tierischen Beweidung ist es, Gebüsche und Brombeeren zurückzudrängen, so dass mehr Licht auf den Sandboden gelangt und lichtbedürftige Pflanzen und Tiere gefördert werden. Ziegen können auch Blätter an hoch gelegenen Busch- und Baumbeständen abfressen und die Rinde der Gehölze abschälen. Als Folge davon sterben junge Bäume ab und der Waldbestand lichtet sich auf.

Auf den besonnten Sandböden sollen, das ist der Plan, die Bestände stark gefährdeter Pflanzenarten wie Sandstrohblume, Silbergras oder Ohrlöffel-Leimkraut zunehmen und Tierarten wie beispielsweise der Dünen-Sandlaufkäfer, das Steppenbienchen und der Wolfsmilchschwärmer geeignete Lebensbedingungen vorfinden.

„Ziegenpapa“ Viktor Gretz schaut jeden Tag nach den Tieren, achtet darauf, dass sie sich wohlfühlen und alles haben, was sie brauchen. Das trifft vor allem für die ausgewogene Ernährung und Ruhe zu. Deshalb seine dringende Bitte an Spaziergänger: „Füttern Sie die Ziegen und Esel nicht. Dafür sind wir zuständig. Und nehmen Sie Ihre Hunde an die Leine.“

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