Oftersheim

Nachruf Herbert Mergenthaler im Alter von 92 Jahren verstorben / Als Vorbild hat er festen Platz in der Chronik des TSV 1895 und der Oftersheimer Sportgeschichte

Verdienstvoller Handballer der Nachkriegszeit

Archivartikel

Oftersheim.Im Alter von 92 Jahren verstarb in Oftersheim Herbert Mergenthaler. Mit ihm geht einer der letzten großen Feldhandballspieler der ersten Nachkriegsjahre unseres Raumes mit den damaligen Handballhochburgen Ketsch, Hockenheim und Oftersheim.

Sie – beziehungsweise er – haben die ruhmreiche Handballgeschichte in schwierigen Jahren erfolgreich mitgeschrieben.

Mit 17 Jahren wurde Mergenthaler zum Arbeitsdienst eingezogen. Seine Heimkehr nach Kriegsende und kurzer Kriegsgefangenschaft erfolgte 1945. Er widmete sich unverzüglich der Bildung einer Handballmannschaft mit den Heimgekehrten und übernahm darüber hinaus Verantwortung für den Neuaufbau des TSV 1895 Oftersheim. Ein Blick in die erste Nachkriegszeit und die Wiederbelebung des Vereinswesens bietet sich anlässlich seines Heimgangs an.

Erste Versammlung

Die US-Militärregierung genehmigte am 29. September 1945 die Abhaltung einer ersten Sportversammlung. Der weitere Weg geht aus einem Schreiben des Landrats des Kreises Mannheim an die Gemeinde Oftersheim hervor vom 3. April 1946 hervor. Es heißt darin: „Der TSV 1895 Oftersheim ist noch nicht bestätigt. Die Abhaltung einer Hauptversammlung kann aus diesem Grunde nicht genehmigt werden. Ich ersuche Sie, die unterm 12. Februar 1946 angeforderten Fragebogen der Vorstandsmitglieder Jakob Mergenthaler, Herbert Mergenthaler und Karl Schuhmacher unverzüglich zu übersenden, damit die Angelegenheit abschließend bearbeitet werden kann.“

Herbert Mergenthaler war einer der tatkräftigen Männer der ersten Nachkriegsstunde und ein vorbildlicher Sportler und Mensch. Es gab kein Amt im engeren Vorstand des TSV 1895 Oftersheim, dem er sich verschloss und das er nicht mit viel Engagement trotz hoher beruflicher Beanspruchung begleitete. Schwierige Baumaßnahmen im Sportstättenbau forcierte er nach Kräften, ebenso das Gemeinschaftsbewusstsein und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein.

Als Spielführer der 1. Mannschaft hatte er maßgeblichen Anteil an Meisterschaften und Erfolgen. Die Begeisterung für den Feldhandball war damals enorm. 1000 und mehr Zuschauer bei Lokalspielen oder gegen andere namhafte Gegner waren keine Seltenheit. So war zum Beispiel am 8. September 1952 zum Spiel Ketsch gegen Oftersheim (8:9) zu lesen: „Etwa 1500 Personen, darunter nicht wenig Schlachtenbummler aus Oftersheim, umsäumten den Waldsportplatz.“

Anteil an Begegnung mit Vernon

Hohen Anteil hatte Herbert Mergenthaler am Zustandekommen der ersten internationalen Begegnung in Oftersheim mit der französischen Mannschaft von Vernon (Normandie) an Ostern 1951, die Oftersheim vor 2000 Zuschauern mit 14:8 gewann und die ein wertvoller Beitrag dazu war, dass aus Kriegsgegnern langsam Freunde wurden. Herbert Mergenthaler hat sich um den Handballsport und den TSV 1895 Oftersheim verdient gemacht. Er verfolgte das Vereinsgeschehen bis ins hohe Alter mit großem Interesse und durfte sich zuletzt über die Erfolge und Einsätze seiner Enkelin Hannah bei nationalen und internationalen Leichtathletikmeisterschaften über 400 Meter freuen.

Das Vorbild Herbert Mergenthaler hat seinen festen Platz in der Chronik des TSV 1895 und in der Oftersheimer Sportgeschichte verdient. Er bleibt vielen in bester Erinnerung. zg/Bild: Mergenthaler

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